Eucomis, die Gattung der Ananas- oder Schopflilien

Eucomis pole-evansii, Wakehurst

Eucomis pole-evansii

Ich habe eine kleine Schwäche für exotische Geophyten. In Wurzerlsgarten ist das mit den bisherigen Gattungsübersichten, Agapanthus oder Hippeastrum betreffend, bereits dokumentiert. Die Faszination, die sie mit dem Flair Südafrikas, oder Süd- und Mittelamerikas, oder dem Fernen Osten, auf uns ausüben, gilt auch für die heutige Vorstellung der Gattung Eucomis. Sie in ein herkömmliches Staudenbeet oder einen Topfgarten mit vorwiegend heimischen Gewächsen zu integrieren, ist bei diesen auffälligen “Persönlichkeiten” schwierig, teilweise unmöglich. Aus diesem Grund kultiviere ich alle botanischen Exoten in eigenen Topfgartenecken separat. Das erleichtert mir auch im Winter die Arbeit, da ich als Gärtnerin im “Nicht-Weinbau-Klima”, die Zwiebeln bei Bedarf in die Garage umziehen lasse. Diejenigen von Euch, die das Besondere im Blumenbeet lieben und neben einem milden Klima auch einen passenden (wasserdurchlässigen) Boden haben, die möchte ich ermutigen, doch gerne einmal zu experimentieren und etwas exotisches Flair in das Staudenbeet zu bringen (wenn es optisch und vom persönlichen Geschmack her passt).

Das ist die Vorstellung der Gattung “Pineapple Flower”, wie sie in ihrer südafrikanischen Heimat genannt wird.

Steckbrief der Gattung Eucomis

Bis die etwa 11 Arten der Schopf- oder Ananaslilien endgültig der Gattung Eucomis zugeordnet wurden, dauerte es eine ganze Weile. Der Verwandtschaft zu den Kaiserkronen verdankte sie teilweise ihren Karrierebeginn als der Gattung Fritillaria zugehörig. So beschrieb sie denn auch Linné 1753 im “Species Plantarum” als Fritillaria Regina. Als Erster erwähnte der deutsche Botaniker Johann Jacob Dillenius 1732 in England arbeitend, die Eucomis als Corona Regalis Lilii folio crenato Auch die Gattung Ornithogalum wurde teilweise in Anspruch genommen. Es gibt kaum eine Eucomis, die nicht einen oder mehrere Synonym-Namen aus anderen Gattungen trägt. Endgültig festgelegt und beschrieben wurde die Gattung Eucomis 1788 durch Charles Louis L’Héritier de Brutelle im 17. Band seines Sertum Anglicum.

Eucomis bicolor, Wurzerlsgarten

Eucomis bicolor im Hochsommer mit beginnender Samenbildung

Die Gattung Eucomis, ein Spargelgewächs (Asparagaceae), ist in Afrika, südlich der Sahara, zuhause. Die meisten Arten leben in größeren Höhenlagen der montanen bis subalpinen Höhenstufen. Sie stammen aus den Sommerregengebieten Südafrikas, lediglich Eucomis regia bildet, den Winterregengebieten zugehörig, eine Ausnahme.

Die Blätter sind bei dieser Gattung in einer grundständigen Rosette angeordnet. Die traubigen Blütenstände enthalten viele Blüten, die von einem Kranz laubblattähnlicher Hochblätter gekrönt sind. Darauf beziehen sich der Gattungsname und einige der Trivialnamen. Die Blüten der Eucomis-Arten ähneln sich untereinander, eine Unterscheidung durch Farbschattierungen ist schwierig. Einfacher ist die Zuordnung durch die verschiedenen, maximalen Höhen der Pflanzen. Die Einzelblüten stehen in dichten Trauben auf den Stielen, meist in grünlichweiß, cremefarben, weiß, gelblichgrün oder mit rötlicher Zeichnung. Einige Arten riechen etwas streng, sie locken damit hauptsächlich Fliegen und Wespen zur Bestäubung an. Alle Eucomis-Blüten, die angenehm riechen, sind als Schnittblumen geeignet.

Wie gelingt die Kultur der Gattung Eucomis?

Vor über 200 Jahren kamen die ersten Zwiebeln nach England. Der Golfstrom sorgt für ein mildes Klima an der südenglischen Küste. Schnell wurde die Eucomis, deren oberer Blattschopf an eine Ananas erinnert, zu einer beliebten Beet- und Kübelpflanze in Britannien. Das änderte sich im Laufe der Zeit mehrmals. Immer wieder geriet die Pflanze in Vergessenheit, bis sie vor etwa 40 Jahren plötzlich in deutschen Gärtnereien auftauchte und in den Niederlanden damit begonnen wurde, mit den wichtigsten Arten zu züchten.

Nur in sehr milden Gebieten würde ich es wagen, die Ananaslilien in die Erde zu stecken. Auf meiner oberbayerischen Endmoräne kommt zum rauen Klima des Voralpenlandes ein schwerer, wasserspeichernder Lehmboden dazu, der für die meisten Exoten ungeeignet ist. Mit viel Glück konnte ich Eucomis bicolor trotzdem über mehrere Jahre erfolgreich direkt in meinem Gartenboden kultivieren. Sicher war das Kleinklima am Wintergarten günstig. Außerdem pflanzte ich die Zwiebel tiefer als normalerweise vorgesehen. Bis Ende April war sie mit Blättern als Winterschutz bedeckt. Auf jeden Fall riskiere ich das Auspflanzen inzwischen nicht mehr. Inzwischen würden die Eucomis auch wie ein Fremdkörper in meinen Mixed Bordern wirken.

Exotische Zwiebelpflanzen kommen bei mir nur noch in Kübel – aus ästhetischen Gründen streng getrennt nach Arten und Sorten. Alles andere schadet für meinen Geschmack der Optik. Auf die Zimmerkultur, die möglich ist, verzichte ich generell, weil mehrere Sorten für menschliche Nasen nicht wünschenswert riechen.

Eucomis vandermerwei, Gärtnerei van Diemen

Wenn eine Zwiebel beim Kauf, nach unsachgemäßer Lagerung, oder bei voreiligem Substratwechsel keine Wurzeln zeigt, ist damit zu rechnen, dass sie ein Jahr Blühpause einlegt, um wieder Wurzeln zu bilden. Für Beides hat die Zwiebel nicht die Kraft. Aber sie wird im nächsten Jahr umso schöner blühen. Die gleiche Vorgehensweise und Reaktion gilt übrigens auch für Agapanthus.

Damit die Kübelpflanzen im Sommer auf der Terrasse glänzen, sollte man die Zwiebeln ab Anfang März, im alten Substrat weiterkultivieren. Dann sind die Wurzeln unbeschadet und die Pflanze entwickelt sich normal. Sollte das nicht möglich sein, z. B. bei einem Neukauf, oder Enge im Topf, wird ab Anfang März in frisches, humoses, durchlässiges Substrat gepflanzt und bei etwa 10 Grad hell gestellt und mit Gießen angefangen. In beiden Fällen werden die Blätter, bis sie eine Höhe von 10 cm erreicht haben, nur sparsam gegossen. Sobald keine Spätfröste mehr zu erwarten sind, möchten die Eucomis in den Garten, am besten an den sonnigsten Terrassenplatz. Die ersten Tage freuen sie sich aber, wenn sie vor Sonnenbrand geschützt werden. Stimmen Feuchtigkeit und Düngung (düngen alle 14 Tage), kann, je nach Art, ab Juni die Blühzeit beginnen. Wer seine Pflanzen im Zimmer weiterkultiviert, stellt sie am besten sehr hell und luftig. Im Spätherbst vergilben die Blätter und sterben ab. Jetzt gieße ich nicht mehr, sondern überwintere die Zwiebeln, ohne sie weiter zu pflegen, in der frostfreien Garage zusammen mit den Agapanthus und den Duftpelargonien. Dabei sind sie mit den dunklen Stellplätzen zufrieden, Hauptsache trocken und kühl! Ab März benötigen die Zwiebeln wieder mehr Licht, das Spiel mit der Vorkultur beginnt erneut.

Gießtipp: Die Zwiebel braucht in der Wachstumszeit regelmäßige Wassergaben. Ich empfehle, bis die Sicherheit da ist, welche Wassermenge benötigt wird, lieber etwas weniger zu gießen. Sollten sich braune Spitzen an den Blättern zeigen, dann ist es angezeigt, mehr Wasser zu geben. Zu viel des Guten führt dagegen schnell zu Wurzelfäule!

Vermehrt werden kann die Pflanze durch Nebenzwiebeln (Adventiv-Zwiebeln). Diese bilden sich durch Zwiebelteilung am Rand der Schuppen, genügend Feuchtigkeit und Wärme ist aber nötig. Mühsam ist die Anzucht aus Samen, die Pflanze ist erst nach 3 – 5 Jahren blühfähig. Eine Alternative bilden Blattstecklinge. Dafür schneidet man gut ausgereifte Blätter in ca. 5 cm lange Stücke und steckt sie in feuchte Erde bei mindestens 18 Grad bis etwa 22 Grad. Stimmen die Bedingungen, dann bilden sich an der Unterseite der Blattstücke neue Zwiebelchen, welche weiterkultiviert werden können. Später können die Brutzwiebeln abgetrennt und separat in Schalen oder Töpfe gesetzt werden.

Wie präsentiere ich sie?

Eucomis pole-evansii, kombiniert mit Zieringwer.

Eucomis pole-evansii

Wer, klimatisch möglich, Eucomis im Beet auspflanzen kann, sollte keine Kombinationen mit gleichzeitig blühenden heimischen Stauden versuchen. Es ist in der Regel schwierig und unglaubwürdig. Allein, interessante Blattkontraste sind natürlich einen Versuch wert. Dagegen kann ein Beet durchaus reizvoll ausschließlich mit Exoten gestaltet werden, wie es z.B. im Foto bei Eucomis pole-evansii, kombiniert mit Zieringwer, rotem Rizinus und Salvia ‘Amistad’ zu sehen ist.

Wer ein exotisches Kübelarrangement plant, kann Eucomis allein, oder mit anderen fremdländisch wirkenden Pflanzen in eigenen Gefäßen kombinieren. Wichtig ist, dass man für den Wow-Effekt, gleichzeitig blühende Pflanzen auswählt. Weißblühende Eucomis sehen mit hohen Sorten von blauem Agapanthus hinreißend aus. Zu allen Farbtönungen der Schopflilien passen rote Sprekelia formosissima, die Jakobslilien, die im Juni/Juli blühen, den interessanten Ananasschöpfen also beim Aufblühen zusehen. Soll es zwar exotisch, aber dann doch lieber stilvoll besonders wirken, dann würde ich mich auf weißblühende Eucomis beschränken und sie mit weißer Zantedeschia aethiopica (Calla), Gladiolus murielae (weiße Sterngladiole), oder Hymenocallis littoralis (Schönhäutchen), kombinieren. Ein Bambus, z.B. Fargesia, bringt mit seinem Habitus und der Höhe Pfiff in das Ensemble. Ruhiger wirkt die Präsentation dreier unterschiedlich hoher Eucomis Arten in gleich hohen Kübeln. Das ist letztlich alles eine Geschmacksfrage, wichtig finde ich nur, dass jede Art oder Sorte einen eigenen Kübel bekommt.

Vorstellung der Eucomis Arten

Eucomis autumnalis

Eucomis autumnalis, die gewellte Schopflilie, gehört zu den 4 wichtigen und meistkultivierten Schopflilien-Arten. Sie gedeihen in den Graslandschaften von Südafrikas Ostkap bis hinein nach Zimbabwe und Malawi. E. autumnalis und ihre drei Unterarten gelten in Südafrika als: “nicht gefährdet”. Das verdanken sie ihrer Fähigkeit, sich gut an bestehende Verhältnisse anzupassen. Im Süden Afrikas werden die Zwiebeln, obwohl giftig, in der Volksmedizin für verschiedene Krankheiten als Heilmittel zubereitet.

Eucomis autumnalis, Insel Mainau

Eucomis autumnalis, kurz vor dem Blüh-Ende

In witterungsbegünstigten Gebieten ohne Frost wird sie als Zierpflanze in Parks und Gärten ausgepflanzt. In nicht frostfreien Gebieten gedeiht sie sicherer als Kübelpflanze. Dabei werden die Zwiebeln 8 – 10 cm tief gesetzt.

In Kultur erreicht sie 50 – 60 cm Höhe und blüht von Juli bis in den Herbst hinein. Die Blüte erscheint in grünlich cremeweißer Farbe und vergrünt dann mit der Kapselbildung.

Eucomis autumnalis ‘Aloha Lily’

Die attraktive Sorte ‘Aloha Lily’ unterscheidet sich von der Art in der Kompaktheit, Blühfarbe und Wuchshöhe.

Eucomis autumnalis 'Aloha Lily', Moorjuwel

Eucomis autumnalis ‘Aloha Lily’, knospig

Eucomis autumnalis ‘Aloha Lily’, blüht im Juni und Juli purpurviolett und duftet schwach, aber angenehm. Ihre Höhe reicht von 30 cm bis 40 cm. ‘Aloha Lily’ war die erste Sorte, für die ein Sortenschutzrecht vergeben wurde.

Eucomis bicolor

Eucomis bicolor stammt aus den südafrikanischen Sommerregengebieten und ist in den Drakensbergen und in Lesotho verbreitet. Ihr bevorzugter Lebensraum sind montane, grasbewachsene Hänge in der Nähe von Fließgewässern und feuchtkühle Felswände in größeren Höhenlagen bis maximal 2800 Meter. Sie gilt in Südafrika als „gering gefährdet“.

Eucomis bicolor, Wurzerlsgarten

Eucomis bicolor, frisch aufgeblüht im Frühsommer

Diese Art hat sich sogar auf meiner oberbayerischen Endmoräne einige Jahre direkt in der Erde ausgepflanzt, gehalten. Sie ist vielleicht die am meisten in unseren Gärten präsente Art und gehört zu den Eucomis, die am einfachsten zu erwerben und zu kultivieren sind.

Auf jeden Fall ist diese Art und ihre Sorten für die Kultur im Freien prädestiniert, da sie einen markanten, unangenehmen Geruch hat, um Fliegen als Bestäuber anzulocken. Eucomis bicolor blüht im Juli und im August leicht grünlich mit auberginefarbenen Rändchen. Der Samenstand färbt sich später dunkelgrün, das lässt die Attraktivität des Blütenstiels lange bestehen. Der Stängel kann sowohl purpurbraun sein als auch grünlich mit purpurbraunen Flecken. Eucomis bicolor blüht in Kultur im Juli und August und wird etwa 50 – 80 cm hoch.

Eucomis bicolor ‘Alba’

Die Sorte ‘Alba’ blüht mit weißen Blüten auf hellgrünen Stängeln ohne Flecken. Sie wird identisch, wie die Art kultiviert.

Eucomis bicolor 'Alba', Wurzerlsgarten

Eucomis bicolor ‘Alba’

Die reinweißen Blüten lassen sich einfacher mit anderen exotischen Blüten kombinieren. Aber auch hier gilt, nur eine Art oder Sorte pro Topf oder Kübel.

Eucomis comosa

Auch Eucomis comosa (Syn. E. punctata) stammt aus einem Sommerregengebiet im Süden Afrikas. Sie wächst auf den grasbewachsenen Hügeln und sumpfigen Rändern, die Flüsse vom Ostkap bis KwaZulu-Natal entlang. Die Bestände gehen langsam zurück.

Eucomis comosa, Sissinghurst, Eingang, Eingangsgärten

Auch Eucomis comosa ist von Bedeutung für das Zierpflanzensortiment in Europa. Ihre kompakten Blüten, die selten über einen Schopf verfügen und die stattliche Höhe der Stängel von 1.20 m, dazu der Duft, empfehlen sie für die Kultur. E. comosa ist im Aufblühen weißlich, lediglich der obere Schaft der Blüten zeigt schon einen deutlichen ´Braunanteil. Im Laufe der Blühzeit kann der rotbraune Farbton auch auf die Blüten übergehen. Sie zeigt von Juli bis September zartduftende Blüten.

Eucomis comosa ‘Indian Summer’

Von dieser Art existieren einige attraktive Sorten, die wie die Art kultiviert werden können. Bei ihnen kommt der Rotanteil stärker zur Geltung. Das betrifft auch die Blätter.

Eucomis comosa 'Indian Summer', Nymans

Eucomis comosa ‘Indian Summer’

Neben der gezeigten Eucomis comosa ‘Indian Summer’ gibt es weitere Sorten, wie ‘Sparkling Burgundy’, oder ‘Dark Stems’. Letztere besitzt einen dunkelbraunen Blütenstängel, der zu den vielen hellrosa bis hellbraunen Blüten einen schönen Kontrast bildet.

Eucomis grimshawii

Sie wächst als seltener Endemit im Sommerregengebiet der Provinz Ostkap an einer kleinen Stelle in den Drakensbergen und kommt nur an schattigen Standorten unter Felsüberhängen in teilweise feuchten Grashügeln vor. Obwohl sie endemisch auf einem sehr kleinen Areal wächst, gilt sie nicht als gefährdet. Interessant ist, dass sie erst 2010 erstbeschrieben wurde. Von dieser besonderen Eucomis Art kann ich kein Foto zeigen, da sie bei uns nicht in Kultur ist.

Eucomis humilis

Auch bei Eucomis humilis handelt es sich um einen Endemiten. Dieser kommt ausschließlich im südafrikanischen Sommerregengebiet KwaZulu-Natal vor und gilt als nicht gefährdet. Montane bis subalpine Wiesen in den Drakensbergen bilden den Lebensraum. Auch von dieser besonderen Eucomis Art kann ich kein Foto zeigen, da sie bei uns nicht in Kultur ist. Es ist zwar nicht relevant, aber ich möchte trotzdem darauf hinweisen, dass diese Eucomis einen unangenehmen Geruch besitzt.

Eucomis montana

Diese Art ist in den Sommerregengebieten von Swasiland und in den höheren Lagen im Osten von Mpumalanga, Südafrika heimisch. Eucomis montana bildet große Gruppen, gilt aber als rückläufig.

Eucomis montana, Gärtnerei van Diemen

Eucomis montana

Diese Eucomis ist in Europa in Kultur und erreicht dabei eine Höhe zwischen 50 und 80 cm. Im Kübel macht sie eine gute Figur, sollte wegen ihres strengen Geruchs jedoch nicht innerhalb des Hauses kultiviert werden. Die Blüten stehen so dicht, dass man die Stängel besser rechtzeitig aufbindet. In Europa blüht sie von Ende Juli bis ca. Mitte Oktober.

Eucomis pallidiflora

Sie gedeiht in den Sommerregengebieten in der östlichen Kapprovinz Südafrikas, Lesothos und KwaZulu-Natals in Gebirgsmooren und sumpfigen Küstengrasländern und gilt als nicht gefährdet.

Eucomis pallidiflora, Sissinghurst,

Eucomis pallidiflora

In Kultur erreicht sie eine Höhe von 75 – 100 cm. Die dicken Blütenstängel sind von vielen weißlich grünlichen Blüten besetzt, die sich von Ende Juli bis September zeigen.

Es existieren zwei Unterarten; das sind Hybriden, die sich in der Natur von selbst ergeben haben:

Eucomis pallidiflora Baker subsp. pallidiflora und Eucomis pallidiflora subsp. pole-evansii

Eucomis pallidiflora subsp. pole-evansii

Diese Naturhybride von Eucomis pallidiflora stammt aus den Sommerregengebieten, im Norden Mpumalangas und Swasilands und gilt am Naturstandort als gering gefährdet.

Wie der Trivial-Name Riesige Ananas- oder Schopflilie bereits andeutet, ist diese Unterart von Eucomis pallidiflora (Syn.: Eucomis pole-evansii ) nicht nur mit bis zu 2 m Höhe in der Natur und unter guten Kulturbedingungen bis zu 1.45 m Höhe, die höchste Pflanze innerhalb der Gattung Eucomis, sie hat in Kultur, gerade auf großen Flächen, auch einen hohen Stellenwert.

Eucomis pole-evansii, Nymans

Eucomis pole-evansii

Diese Eucomis halten sehr lange als Schnittblumen und besitzen einen sehr attraktiven Samenstand. Obwohl die Stängel 3 – 4 cm dick sind, empfiehlt es sich, die hohen Blütenstände vor dem Aufblühen zu stützen. In Kultur blühen sie zwischen August und Oktober.

Eucomis regia

In vielerlei Hinsicht ist Eucomis regia eine Ausnahme. So ist sie die einzige Art, die im Winterregengebiet (nicht im Sommerregengebiet, wie alle anderen Arten und Unterarten) im Westen Südafrikas vorkommt. Sie gedeiht bevorzugt auf schweren Lehmböden und wird als nicht gefährdet eingestuft. Mit ca. 20 cm Höhe gehört sie zu den niedrigen Ananaslilien. Die bis zu 30 cm langen und 9 cm breiten Blätter liegen flach am Boden, darum wirkt der kurze, sehr dicke Blütenstängel mit den hellgrünen Blüten etwas unästhetisch. Vielleicht ist das der Grund, dass diese Eucomis, obwohl sie bereits 1702 in Europa eingeführt wurde, nicht wirklich bekannt geworden ist. In Südafrika blüht sie von Juli bis August, in Europa von August bis September. Aber das ist noch nicht alles an Besonderheiten dieser Art. Den unangenehmen Geruch teilt Eucomis regia zwar mit einigen anderen Pflanzen ihrer Gattung, lockt damit aber nicht unbedingt nur Wespen und Fliegen an. Erst spät entdeckten Wissenschaftler mit Hilfe von Videokameras, dass diese Eucomis-Blüten regelmäßig Besuch von Kleinsäugern bekommen. Namaqua-Felsenmäuse und Kap-Rüsselspringer wurden dabei nachts beim Blütenbesuch fotografiert. Petra Wester schrieb 2021 für die Uni Frankfurt darüber einen ausführlichen Artikel.

Eucomis schijffii

Eucomis schijffii stammt wieder aus den Sommerregengebieten der Drakensberge, des Ostkaps, KwaZulu-Natals und Lesothos. Ihre Naturstandorte wählt sie in Höhen zwischen 2300 und 3200 m. Auch sie gehört zu den niedrigen Arten und gilt als “Least Concern” = “nicht gefährdet”. Sie riecht eher unangenehm, ist aber optisch viel ansprechender als Eucomis regia. Der rosettige, dunkelgrüne Blattkranz bildet eine lockere Schale und liegt nicht wie bei E. regia auf der Erde. Er umschließt den kurzen Blütenschaft mit seinen purpurroten, bis bräunlichen Blüten.

Eucomis vandermerwei

Diese Eucomis gedeiht ebenfalls im Sommerregengebiet der Drakensberge in 2200 m bis 2500 m Höhe, in Mpumalanga, im Nordosten Südafrikas. Ihre Schönheit könnte ihr am Naturstandort zum Verhängnis werden, sie gilt dort als: „Vulnerable“ = „gefährdet“, damit steht sie auf der Roten Liste Südafrikas. Der Grund könnte neben dem attraktiven Aussehen sein, dass die Zwiebeln, obwohl sie giftig sind, in der Volksmedizin noch heute bei verschiedenen Krankheiten angewendet werden.

Eucomis vandermerwei, Gärtnerei van Diemen

Eucomis vandermerwei

Sie besitzt nicht nur die schönste Blattzeichnung von allen Eucomis, sie gehört auch zu den attraktivsten Arten und ist bei passenden Klima- und Bodenverhältnissen unbedingt für große Steingärten empfehlenswert, denn die blühenden Pflanzen werden nur etwa 15 bis 20 cm hoch. Auch in Töpfen macht sie eine gute Figur.

Eucomis vandermerwei ‘Octopus’

Mit Eucomis vandermerwei ‘Octopus’ gibt es eine sehr ähnliche, vielleicht etwas intensiver purpurbraun blühende Sorte, deren Blätter gewellt und deren Blattzeichnungen etwas lebhafter sind. Ihre Höhe beschränkt sich ebenfalls auf 20 cm.

Eucomis zambesiaca

Ebenfalls in den Sommerregengebieten Südafrikas in der Provinz Limpopo und im Hochgebirge von Malawi und Zimbabwe wächst Eucomis zambesiaca. Sie duftet angenehm und gilt als nicht gefährdet. In Kultur erreicht sie eine Höhe von maximal 40 cm. Auch von dieser Pflanze habe ich kein Foto vorliegen, aber sie ähnelt Eucomis autumnalis, die als Erste oben in der alphabetischen Vorstellung im Bild zu sehen ist. Diese Eucomis ist allerdings in allen Pflanzenteilen kleiner als E. autumnalis.

Mehr zum Thema: “Exotische Zwiebelpflanzen” gibt es in folgenden Beiträgen zu finden.

Meine Erfahrung mit der Gattung Agapanthus, deren Kultur ähnlich ist wie von Eucomis, ist hier zu finden:

https://www.wurzerlsgarten.de/pflanzen-und-tiere/agapanthus-die-gattung-schmucklilien-aus-suedafrika/

Hippeastrum ist für den Garten ungeeignet, da sie ein Winterblüher ist. Wer im Sommer im Gartenbeet eine rot blühende Zwiebel hat, besitzt eine Amaryllis. Leider wird der Ritterstern, Hippeastrum, in vielen Profi-Gärtnereien auch heute noch irreführend als Amaryllis bezeichnet. Wer sie nicht wegwerfen, sondern weiterkultivieren möchte, findet hier den Terminplaner für die Kultur.

https://www.wurzerlsgarten.de/arbeiten/ritterstern-blueten-zum-fest/

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3 Kommentare

  • Susanna sagt:

    Eine tolle Vorstellung der Gattung Eucomis, liebe Renate! Ich habe sie in englischen Gärten bewundert, wo sie geschickt integriert waren, und in einem Garten ganz in unserer Nähe in Töpfen an einem formalen Teich inszeniert.
    Ich staune immer wieder, was du alles in Kübeln kultivierst. Die Versuchung ist groß, es wäre mir aber zu viel Arbeit.
    Liebe Grüße
    Susanna

    • Wurzerl sagt:

      Ob Du 1 oder 10 Kübeln hast, ist nicht viel Unterschied. Das einzig Wichtige, man darf sie nicht im ganzen Garten verteilen. 1 höchstens 2 Stellplätze und es gießt und düngt sich in der (fast) gleichen Zeit. Bei mir ist mehr der Platz zum Überwintern das Problem. Wir hatten heute Nacht 5 cm Neuschnee und am nächsten Donnerstag sollen wir 17 Grad plus bekommen. Da bin ich froh um jeden Quadratmeter, den ich in der Garage für meine Exoten habe. LG Wurzerl

  • Die sehen wirklich fantastisch aus, aber ich würde sie auch eher im Kübel halten – da hast du recht, sie würden im Beet immer aussehen, als hätten sie sich verlaufen. Und das Ausgraben ist da auch mühsamer.
    Viele Grüße
    Elke

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