Sichtungsgarten Weihenstephan Teil 6, der August

Das rote Doppelborder in Weihenstephan

Weihenstephan im August, ein Spaziergang

Den heutigen Beitrag habe ich noch halbwegs zeitnah zum August geschafft. Ende Oktober kommt der einzige noch fehlende Monat, in dem der Sichtungsgarten Weihenstephan geöffnet ist, nämlich der Juni. Das ist dann quasi der Rausschmeißer 2025, da Weihenstephan erst wieder ab April 2026 für Besucher geöffnet sein wird.

Ehrlich gesagt, eine Sache habe ich Euch bereits 5 x vorenthalten. Das ist die Kleingarten- Obst- und Gemüse-Abteilung, die hinter dem Hauptgebäude befindlich ist. Diese etwas abgelegene Lage ist an meiner Vergesslichkeit schuld. Dabei ist die Qualität der Pflanzen und Informationen absolut sehenswert. Nun im August hat es nicht nur geklappt, ich fange vorsichtshalber gleich mit diesem Gartenteil an, der doch richtig zum Reinbeißen einlädt.

Monatelang habe ich Euch im Staudensichtungsgarten von A nach B geschleppt und die einzelnen Gartenteile, Gehölzquartiere und Farbbeete versucht, nahezubringen. Heute ist mir aber nicht danach. So, wie ich mich ab und zu, gerade sommers, durch Weihenstephan treiben lasse, so springe ich heute mit Euch beinahe planlos durch den Garten, von einem Punkt, der mir gut gefällt, zum Nächsten.

Anemone tomentosa ‘Serenade’ – Persicaria amplexicaulis ‘Rosea’ – Tarenaya hassleriana

Schon etwas herbstlich angehaucht ist es auf dem Weg nach hinten zur Wildblumenwiese. Diese zeige ich heute übrigens ausnahmsweise nicht. Aber nächstes Jahr möchte ich über sie einen eigenen Beitrag zum Jahresverlauf basteln. Denn das Thema Blumenwiesen interessiert mich, im Hinblick auf Klimawandel, Naturschutz und wertvolle Ersatzmöglichkeit für den berühmten englischen Rasen, der immer pflegeaufwendiger wird.

Herbstanemonen, Dost, Kerzenknöterich, Spinnenblume, Astilben und Kandelaber-Ehrenpreis leiten den Hochsommerflor langsam in den Herbst über. Passend dazu reifen die Gräser zur Höchstform heran und die Blütenrispen nehmen ihnen ein wenig die Mächtigkeit in den Beeten.

Artemisia und Pereskovia schmuggeln sich zwischen Stipa gigantea und verleihen den Beeten zusätzliche Leichtigkeit. Ich mag diese Vegetationsphase zwischen den Jahreszeiten wirklich sehr.

Echinacea purpurea ‘Lagani’ – Echinacea purpurea ‘Green Envy’ – Echinacea purpurea ‘Green Envy’

Noch sind die Prachtstauden in den Sonnenbeeten laut und deutlich präsent. Die Farbpalette der Echinaceaen wird immer größer. Trotzdem würde ich mich in meinem Garten stets auf Echinacea purpurea ‘Magnus’, Echinacea purpurea ‘Alba’ oder im Wildstaudenbeet auf Echinacea pallida beschränken. Alle anderen sind mir nicht zuverlässig genug.

Der Gehölzrand und die Doppelborder sind noch wunderschön am Blühen. Das große Hemerocallis-Quartier dagegen zeigt noch vereinzelte spätblühende Taglilien-Sorten. Insgesamt wird es dort immer grüner.

Ja, gelbe, rote und orangene Blühfarben verlängern nicht nur den Sommer, sondern passen auch übergangslos in den bevorstehenden “Indian Summer”. Wenn ich an die Oktoberbilder der Ahorne, Zaubernüsse, des Lebkuchenbaums und vieler anderer Gehölze denke, bin ich froh, dass sich das knallige Staudenspektakel in dieser Form nur noch bis Ende September fortsetzt.

Helenium ‘Rauchtopas’ – Helenium ‘Salsa’ – Helenium ‘Kanaria’

Helenium ist nicht nur eine langlebige Staude, sie hat auch eine bemerkenswert lange Blühzeit. Wer so etwas für seinen Sommer- Frühherbstgarten sucht, kann mit dieser Wahl nur gewinnen.

Am Kniphofien Hang sind jetzt die Namensgeber, die Fackellilien, in Höchstform. Auch sie sind für meinen Garten ungeeignet, da ich einen zu schweren Lehmboden habe. Aber solange ich so einen wunderbaren Sichtungsgarten in akzeptabler Nähe habe, ist das nicht schlimm. Viele andere Stauden mögen meinen Gartenboden und ich bin da ganz bei Beth Chatto: “Right plant – right place”. Es lebt sich einfach leichter, wenn man im Garten die Pflanzen setzt, die sich im vorhandenen Substrat wohl fühlen.

Egal ob Kniphofia, Perescovia, Asclepia oder Crocosmia, ich liebe sie alle, schaue sie mir aber nur in Weihenstephan an. Gut, ich bin etwas neidisch, denn genau diese Stauden und Halbsträucher bringen neben den hohen Gräsern eine unwahrscheinliche Leichtigkeit in die Beete, die bei mir fehlt.

Das große Doppelborder in Rot

Auch wenn mir dieses Mal der Plan beim Spaziergang fehlt, eines ist sicher. Am Schluss bin ich immer im ewig langen fantastischen Doppelborder zu finden. Im August ist es auf dem absoluten Höhepunkt und ich bin jedes Jahr gespannt, wie die Farbgebung ist. Der vordere Teil, in Richtung Ausgang, ist eigentlich immer in Rot gehalten.

Das große Doppelborder in Weiß

Aber das weiße Beet, das sich unmittelbar anschließt, das kann auch mal weiß-gelb ausfallen, ich finde beide Varianten schön. Mit vielen hochsommerlichen Bildern im Kopf fahre ich nach Hause.

Der Stauden-Sichtungsgarten Weihenstephan ist von April – Oktober durchgehend kostenlos geöffnet. Jeder Monat hat seinen besonderen Reiz und seine großen Höhepunkte, was Habitate und die verschiedenen Leit-Gattungen betrifft. Darum werde ich Weihenstephan nach und nach ergänzen, damit Ihr den Garten an allen geöffneten Monaten zumindest virtuell mit Wurzerlsgarten besuchen könnt.

Bereits veröffentlichte Beiträge über den Stauden-Sichtungsgarten Weihenstephan in Wurzerlsgarten:

Der Sichtungsgarten im Monat April:

https://www.wurzerlsgarten.de/deutsche-gaerten/sichtungsgarten-weihenstephan-teil-4-april-2022/

Der Sichtungsgarten im Monat Mai:

https://www.wurzerlsgarten.de/deutsche-gaerten/sichtungsgarten-weihenstephan-teil-5-die-maibluete/

Der Sichtungsgarten im Monat Juli:

https://www.wurzerlsgarten.de/deutsche-gaerten/sichtungsgarten-weihenstephan-teil-3-juli-22/

Der Sichtungsgarten im Monat September:

https://www.wurzerlsgarten.de/deutsche-gaerten/weihenstephan-teil-i/

Der Sichtungsgarten im Monat Oktober:

https://www.wurzerlsgarten.de/deutsche-gaerten/weihenstephan-teil-2-oktober-20/

Stauden-Sichtungsgarten Weihenstephan

Adresse: Am Staudengarten 8, 85354 Freising,

Kontakt: Tel. 08161/714026, Website: https://www.stauden.de/sichtungsgarten-weihenstephan.html

Teile als erste*r diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

9 Kommentare

  • Christiana Schütt sagt:

    Beneidenswert wer so einen Garten in seiner Nähe hat 👍. Bei uns ist es der Park der Gärten in Rostrup/ Bad Zwischenahn. Leider fehlt manchmal die Zeit zum Ergehen 😢

    • Wurzerl sagt:

      Ja, diese Gärten kann man nicht mal so nebenbei in einer Stunde machen. Das geht in Weihenstephan ganz gut, wenn ich nur schauen will, wie weit die Wildblumenwiese ist, denn es kostet keinen Eintritt. Der Park der Gärten ist noch etwas vielfältiger, ist auch Sichtungsgarten, aber arbeitet doch auch gewinnorientiert, darum kostet er Eintritt, den er auch wert ist. Wenn Du ein permanentes Zeitproblem hast und doch gerne öfter hingehen möchtest, dann frag doch mal, was ein Jahresticket kostet. Das kann sich unter Umständen schnell auszahlen und Du musst nicht abwägen, ob es geht oder nicht. In Wurzerlsgarten findest Du übrigens auch den Park der Gärten. Ich versuche ihn mindestens alle 2 Jahre einmal zu besuchen und habe ihn auch schon in Wurzerlsgarten vorgestellt. Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.
      L.G. Wurzerl

  • Susanna sagt:

    Vielen Dank für diese schönen Eindrücke aus Weihenstephan, liebe Renate. Der Garten ist in jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Bei uns im Garten gibt es kaum Rot und Orange, aber dort haben mir die warmen Farben sehr gefallen. Dass er über den Winter schließt, wusste ich gar nicht.
    Liebe Grüße
    Susanna

    • Wurzerl sagt:

      Eigentlich ist die Winterschließung ok, aber für meinen Geschmack dauert sie einfach einen Monat zu lange. Der Sichtungsgarten hat einen wunderbaren Bestand an Hamamelis/Zaubernüssen, sie sind jetzt großartig verfärbt, nur blühen habe ich sie leider nie gesehen. Darum fände ich es besser, wenn zumindest im April geöffnet wird, oder im März und April an den Wochenenden, das wäre noch besser. LG Wurzerl

  • Margeranium sagt:

    Ein wunderbarer Spaziergang durch den Staudensichtungsgarten in Weihenstephan!
    Ich war dieses Jahr zweimal dort.
    Zum Glück ist es von hier aus nicht sehr weit.
    Viele Grüße von
    Margit

  • Nicole Krause sagt:

    Wieder so ein ganz toller Beitrag mit wundervollen Bildern über einen so mit Liebe und Leidenschaft angelegten Garten. So herrlich diese Vielfalt, Natürlichkeit und diese Farben, einfach wunderwunderschön, verzaubernd schön. Danke liebe Renate.

  • Der Spätsommer ist eine tolle Jahreszeit, der Garten gefällt mir gut so üppig-
    VG
    Elke

  • Rosi sagt:

    einfach herrlich
    wie schade dass es so weit weg ist
    da wäre ich sonst auch unterwegs 😉
    danke für den Beitrag
    LG
    Rosi

Cookie-Einstellungen