Tagebucheintrag 10.07.26 – ” Der Garten machte eine Pause “
Liebes Tagebuch, es ist Dir sicher aufgefallen, dass ich Dich jetzt eineinhalb Monate lang einfach ignoriert habe. Nein, es war keine Böswilligkeit, ich war auch nicht bockig. Es gab einfach nichts zu erzählen. Das Wetter war im Juni hauptsächlich heiß und trocken. Die Haupt-Rosenblüte fiel genauso aus, wie die Mehrzahl der Stauden. Ich bin eine Woche nach Österreich geflüchtet und genoss dort eine Rosenblüte in Hochform. Ich erinnere mich lediglich an das Wunder, dass einige hohe Euphorbien, Päonien und der Bulgarische Lauch blühten und die beiden Kletterrosen, die vor dem Hagel geschützt unter dem Glasdach der Terrasse fast normal in Blau und Apricot strahlten, versuchten, mich für die immensen Witterungsausfälle zu entschädigen.
Rosa ‘Jacqueline du Pré’ und Rosa ‘Mozart’ – Wurzerlsgarten
Die ersten 14 Tage im Juli waren eine Herausforderung für Menschen, Tiere und erst recht für die Parks und Gärten. Nachts blieben oft über 20 Grad auf dem Thermometer stehen, das tagsüber öfter die 40 Grad Marke ankratzte. Es war dauerhaft trocken, um sich dann wieder in Gewitter-Sturzbächen zu entladen. Die Eichblatthortensie fing pünktlich zu blühen an. Im Schutz der Palisade bildeten sich blühende Lianen von Geißblatt und Clematis. Begleitstauden, wie Geranium und Campanula, sowie die Phloxe, Seifenkraut, Blutweiderich, Hemerocallis und Eryngium, kamen spärlicher als normal oder später, wegen des “Zwangs-Chopens” durch die beiden Hagel-Vorkommnisse. Was mich Anfang Juli total verblüffte, waren meine Rosen. Ich gieße ja nie im Garten, auch bei 40 Grad bekommen nur die Kübelpflanzen Wasser. Trotzdem versuchten sich meine Rosen jetzt in einer Mischung aus Haupt- und erster Nachblüte. Manche schafften nur ein oder zwei Alibiblüten. Andere blühten fast wie jedes Jahr – aber, sie hatten eines gemeinsam, alle Blüten waren ca. ein Drittel kleiner, wie gewohnt. Für mich war es ein willkommener Anlass, mir alle 30 Rosen nach langer Zeit einmal wieder genau anzusehen und das werde ich Dir, liebes Tagebuch in der nächsten Woche dann genau erzählen.
Tagebucheintrag 15.07.26 – ” Bestandsaufnahme meiner Rosen “
Von den Rosen existieren nur wenige Fotos von 2026. Ich musste, um alles dokumentieren zu können, auf Bilder aus dem Vorjahr zurückgreifen. Dabei stellte ich fest, dass ich zwei Rosen verloren habe. Ich nehme Dich jetzt einfach mit auf die Terrasse und zeige Dir in einem Gartenrundgang alle meine Rosen, liebes Tagebuch.
Rosa ‘Veilchenblau’ – Wurzerlsgarten
Rosa ‘Veilchenblau’ ist eine einmalblühende Kletterpflanze. Sie lebt am Mittelpfosten der Terrasse und darf sich mit ihren wenig bestachelten Trieben unter dem Glasdach der Terrasse ausbreiten. Dadurch war sie nicht allzu eingeschränkt und blühte zuverlässig wie immer. Einen totalen Rückschnitt vor zwei Jahren, es sollten die Holzpfeiler gestrichen werden, beantwortete sie mit der schnellen Bildung neuer Ranken und sofortiger Blüte im letzten Jahr.
Rosa ‘Ghislaine de Féligonde’ – Wurzerlsgarten
Rosa ‘Ghislaine de Féligonde’, mein wunderbarer, remontierender Rambler steht gleich neben der Terrasse im Wintergartenbeet. Diese Rose war schlicht zusammengebrochen beim ersten Hagel, da vom Wintergartendach Eislawinen auf sie stürzten. Sie liegt momentan auf einer Leiter, kein ästhetischer Anblick, aber eine Notlösung, bis sich eine vernünftige weitere Vorgehensweise auftut.
Rosa pimpinellifolia ‘Single Cherry’ – Wurzerlsgarten
Direkt neben ihr, unter ihrem Schutz sozusagen, steht Rosa pimpinellifolia ‘Single Cherry’, die dank der ‘Ghislaine’ nicht so viel von der Eislawine vom Wintergartendach abbekommen hat. Sie erfreut mich nicht nur mit ihren Blüten, sondern auch mit ihrem filigranen Laub, das sich attraktiv verfärbt.
Rosa ‘Liola’, Barni Rose – Wurzerlsgarten
Zwischen der ‘Ghislaine’ und der Stacheldrahtrose stand eine besonders hübsche Barni Rose, Rosa ‘Liola’. Drei zehn Zentimeter hohe Stielansätze ragen noch aus dem Boden, aber sie sehen töter aus als tot. Die Dachlawine mit dem Hagel-Eis hat sie regelrecht erschlagen. Ich warte trotzdem bis zum nächsten Frühjahr, bis ich eine Entscheidung treffe, was mit dem freigewordenen Platz geschieht, vielleicht passiert auch ein Wunder und sie kommt zurück.
Rosa omeiensis var. pteracantha, Stacheldrahtrose – Wurzerlsgarten
Rosa omeiensis var. pteracantha, meine Stacheldrahtrose mit den attraktiven im Gegenlicht leuchtenden Rubindornen ist die letzte Rose in meinem Wintergartenbeet. Sie blüht als erste Rose, oft schon Ende April und ich kann sie auch bei unfeinem Frühlingswetter vom Wintergarten aus betrachten. Ihre roten Dornen und die feinen, für viele Wildrosen typischen Blätter, die sich im Herbst schön verfärben können, entschädigen für die Tatsache, dass sie nur einmal blüht.
Rosa multiflora – Wurzerlsgarten
Diese Wildrose, Rosa multiflora, habe ich nie gepflanzt. Sie setzte sich selbst im rechten Beet, mittig vor den Pfaffenhütchenstrauch, Euonymus europaeus und schmuggelte sich unauffällig zwischen die Ranken des Wilden Weins. Das funktionierte aber nur bis zur ersten Blüte, die so üppig war, dass ich sie natürlich dort stehen und gewähren lasse. Wildrosen erkennt man in der Regel daran, dass sie anstatt 5 immer 7 Blätter an einem Stiel aufweisen. Wie bei der Stacheldrahtrose sieht man auch die einfachen, meist weißen oder rosafarbenen Schalenblüten.
Rosa ‘Fairy Bouquet’, Knospen-Strauchrose – Wurzerlsgarten
Rosa ‘Fairy Bouquet’ ist eine Strauchrose, die den Abschluss im rechten Beet bildet, bevor dieses optisch vor dem Rosenrondell endet. Naturtechnisch hat die Knospenrose natürlich keinen Wert, aber ich denke, wer auf 180 qm 30 hauptsächlich insektenfreundliche Rosen pflegt, der darf sich so eine kleine “Eskapade” leisten. Für mich ist es immer wunderbar, wenn einige der Knospenrosen erst im Oktober erscheinen, weil diese ihre Form und Farbe bis weit in den Winter hinein behalten. Sitzen dann auf diesen roten Knospen die ersten Frostspitzen, oder Mini-Schneehäubchen, dann ist das wirklich etwas wunderbares.
Rosa ‘Morning Jewel’ – Wurzerlsgarten
Rosa ‘Morning Jewel’ eröffnet neben dem Rosenrondell-Zugang den Reigen der 5 Rosen rund um den Metallpavillon. Ich kaufte sie als halbschattenverträgliche Rose und genau das ist sie auch. Die klassische Form mit der reinrosa Blütenfarbe ist ein schönes Empfangsbouquet, direkt neben dem Zugang. Die Rose klettert auch nicht so ausladend nach oben und in die Breite, dass man sie oft schneiden müsste, um in den Pavillon zu gelangen.
Rosa ‘Guirlande d’Amour – Wurzerlsgarten
Nicht ganz so zurückhaltend ist Rosa ‘Guirlande d’Amour, die sich neben Rosa ‘Morning Jewel’ sowohl nach oben als auch seitlich ausbreitet. Die leicht gefüllten kleinen Blüten erscheinen massenhaft und die Tatsache, dass dieser Rambler mehrmals remontiert, fasziniert mich jeden Sommer erneut.
Rosa ‘Rosenreigen’ – Wurzerlsgarten
Rosa ‘Rosenreigen’ könnte sich mir gegenüber als vernachlässigtes Stiefkind gebärden. Sie steht an der schmalsten Beetstelle zwischen der roten Klinkermauer und dem Gestänge des Rosenpavillons. Damit kommt zu wenig Erde auch noch im unteren Bereich tiefster Schatten. Die Rose lässt sich nichts anmerken und erfreut mich jedes Jahr mit ihren romantischen, kleinen Blüten. Gut, dieses Jahr nicht so, wie sonst, aber etwas Witterungs-Schutz hatte sie doch durch die Mauer.
Rosa ‘Rosarium Uetersen’ – Wurzerlsgarten
Die daneben gedeihende Rosa ‘Rosarium Uetersen’ ist sehr wuchsfreudig. Ihre besondere Blütenfarbe sticht sofort unverwechselbar aus den benachbarten Rosen im Pavillon heraus. Dies verleiht ihr auch eine schöne Fernwirkung, die ich bis zu meinem Schreibtisch sehen kann. Ich liebe sie sehr.
Rosa ‘James Galway’ – Wurzerlsgarten
Rosa ‘James Galway’ schließt den Blütenreigen innerhalb des Rosenpavillons. Sie gehört zu meinen wenigen Rosen, die gut gefüllte Blüten aufweisen. Aber ich brauche ab und an die kleinen Zeichen, die mich an meine Gartenreisen nach England erinnern. Ich laufe jetzt den hinteren Weg, quer durch den Garten, entlang. Weder in der Peripherie noch auf dem linken Gartenbeet, das ich jetzt entlanggehe, gibt es Rosen.
Rosa ‘Mozart’ – Wurzerlsgarten
Ich halte erst an, als ich die Terrasse fast erreicht habe und mein Blick auf die letztes Jahr neu gestaltete Toskanaecke fällt. Dort lächelt mich die Rose ‘Mozart’ etwas hilflos an. Sie durfte sich ja in den letzten Jahren am dicken Lianenstamm der Wisteria festhalten. Leider wurde dieser Rest meines Blauregen-Hochstamms, beim Hagel zerstört. Bis ich einen passenden Rosenobelisken gefunden habe, wird mein ‘Mozart’ sehr prosaisch von einer umgedrehten Heugabel an Ort und Stelle gehalten.
Rosa ‘Jacqueline du Pré’, Wurzerlsgarten
Die Rosa ‘Jacqueline du Pré’ wächst vor ‘Mozart’, direkt neben dem Weg. Sie ist bei mir schon immer sehr schwachwüchsig gewesen, aber in diesem Jahr schwächelt sie besonders. Aber eine kapriziöse Dame kann man sich schon leisten, denke ich.
Rosa ‘The Fairy’ – Wurzerlsgarten
Rosa ‘The Fairy’ hat sich dagegen schnell erholt und blüht jetzt fast so, wie ich es von der ersten Hauptblüte gewohnt bin. Sie ist ein Tausendsassa, mit dem ich spielen kann. Egal, ob ich sie als Bodendecker durch das Beet in das stahlblaue Eryngium alpinum hineinschlängeln lasse, oder sie nach oben leite, damit sie eine Liaison mit der Rosa ‘Mozart’ eingehen kann, oder sie mit der danebenstehenden Rosa ‘Bonica 82’ verbandle, sie sieht immer gleich entzückend aus.
Rosa ‘Bonica 82’ – Wurzerlsgarten
Rosa ‘Bonica 82’ ist meine absolute Lieblingsrose, nicht nur weil sie meine älteste Rose ist, sie war auch immer mit Abstand die zuverlässigste und hat mich nie enttäuscht. Nach dem Hagel stellte ich allerdings mit Entsetzen fest, dass alle Grünanteile an dieser Rose verschwunden waren und nur noch drei,10 cm aus dem Boden ragende Stielreste vorhanden waren. Was liegt bloß für ein Fluch auf dieser Gartenecke? Sie begann vor Jahrzehnten als Zierquitten-Ecke, wurde dann zur Rosen-Ecke und schließlich zur Wisteria-Ecke. Nachdem der Blauregen sich verabschiedet hatte, sollte sie ein letztes Mal umgestaltet und umgetauft werden in “Toskana-Ecke”. Und nun das? Liebes Tagebuch, Du kannst Dir nicht vorstellen, wie groß meine Freude war, als ich vor einem Monat, zwei grüne frische Triebe aus dem Boden kommen sah, die auch schon unverhofft einige Blüten hatten. Ich hoffe, sie wird sich bis zum übernächsten Jahr wieder erholen. Den Storchschnabel, der beschattend über dem Rosenstock stand, habe ich jedenfalls sofort entfernt.
Rosa ‘Sweet Pretty’ – Wurzerlsgarten
Nun ist mein Spaziergang, einmal rund um den Garten beendet, aber ich habe ja noch mehr Rosenstandorte In meinem Mixed Border rund um den Teich gibt es noch einige zu entdecken. Ich habe allerdings auch einige niedrige Rosen in den Wiesenrand gesetzt. Rosa ‘Sweet Pretty’ steht im Randbereich des Steingartens, etwa mittig gelegen. Sie liebt die Gesellschaft der blauen Waldglockenblumen, die natürlich viel zu hoch für den Steingarten, sich um sie geschart haben.
Rosa ‘Eyes for You’ – Wurzerlsgarten
Ganz vorne, wo der Steingarten endet, gibt es gleich zwei persische Rosen. Die Rosa ‘Eyes for You’ steht direkt auf der Wiese neben dem Weg. Dieser läuft von zwei Seiten aus der Terrasse heraus und wird, rund um die Rosa ‘Veilchenblau’ vereint um dann schmäler zwischen Steingarten und Toskana-Ecke vorbei, die linke Beetseite nach hinten zu verlaufen. Die Perserrose bildet einen markanten Endpunkt, dem ich auf der Seite des Mixed-Borders ein passendes Pendant mit einer weiteren Perserin hinzugefügt habe.
Rosa ‘Bright’ Eyes’ – Wurzerlsgarten
Rosa ‘Bright Eyes’ ist der Name der persischen Rose, die neben dem Mixed Border am Teich wächst. Irgendwie finde ich, dass die Perserrosen eine starke Ausstrahlungskraft besitzen. Ich mag Pflanzen mit Charakter. Diese Perserin ist nun auch die letzte Rose außerhalb des Mixed Borders. Das Beet rund um den Teich sollte einfach kein herkömmliches Uferbeet werden. Ich experimentiere darin permanent herum. Fakt ist, dass aus den zwei von Anfang an hier gepflanzten Rosen, inzwischen 9 Stück geworden sind.
Rosa ‘Milhem Pemberton’ – Wurzerlsgarten
Eine auffällige Schönheit ist Rosa ‘Milhem Pemberton’. Sie wächst unübersehbar direkt vor dem rechten Stützpfeiler und eröffnet die Rosenschau im Mixed Border am Teich. Ich liebe ihre Farbe genauso, wie die edle Blütenform, die sich zwar von der einfachen Schalenform der Wildrosen unterscheidet, aber trotzdem für Insekten sehr attraktiv ist.
Rosa ‘Rush’ – Wurzerlsgarten
Auf der anderen Seite des rechten Terrassenpfeilers steht Rosa ‘Rush’, eine starke Persönlichkeit, wie ich meine. Sie zeigt knallpinke auffallende Knospen, deren kräftiger Farbton beim Öffnen nur in den Randbereichen der Blüten erhalten bleibt, um sich mehr und mehr zu roséweiß abzuschwächen. Dadurch ergibt sich insgesamt eine lebhafte Farbzeichnung.
Rosa ‘Alden Biesen’ – Wurzerlsgarten
Die nachfolgende Rosa ‘Alden Biesen’ beherrscht das Spiel mit weiß rosé ebenso gut, die Blüten sind aber kleiner, dafür in größerer Zahl und sie lieben es sehr, sich den benachbarten Stauden zuzuneigen, um mit ihnen zu flirten. Dabei hat sie echt ein gutes Farbgespür, wozu sie passt. Auf dem Foto ist sie eine Liaison mit Linaria purpurea, dem Leinkraut, eingegangen.
Rosa ‘The Lady’s Blush’ – Wurzerlsgarten
Ich stehe nun vor einer Dreiergruppe, die vielleicht meine “vornehmste” Rosenkombination im Garten darstellt. Rosa ‘The Lady’s Blush’, ist eine rosafarbene Schönheit, die nur leicht gefüllt ist. Dadurch kommen die gelben “Blütenaugen” besonders strahlend zur Geltung. Der Kontrast zur nächsten Rose ist gewollt und gigantisch.
Rosa ‘Munstead Wood’ – Wurzerlsgarten
Rosa ‘Munstead Wood’ ist nämlich dicht gefüllt und bietet im Inneren der samtroten Blüten den Anblick in schwarzrotes, geheimnisvolles Dunkel. Auch sie hat besonders gelitten unter dem Hagelwetter und ich hoffe sehr, dass sie nächstes Jahr wieder kräftig zulegen kann.
Rosa ‘New Dawn’ – Wurzerlsgarten
Der Rosenobelisk hinter Rosa ‘Munstedt Wood’ beherbergt die edle Rosa ‘New Dawn’. Je nach Witterung erscheint sie hellrosa, weißrosé oder auch mal in Richtung elfenbeintonig. Von der Höhe her ist sie als Hinterste auch am höchsten, so dass ich dieses Trio immer gut im Auge habe. Momentan lohnt sich der Blick leider nicht, sondern fällt gleich auf den linken Paradiestorpfosten auf die Rosa ‘Libertas’.
Rosa ‘See You In Rosé’ – Wurzerlsgarten
Aber so
weit bin ich ja noch gar nicht. Erst begutachte ich meine dritte Perserrose, die ich habe, die Rosa ‘See You In Rosé’. Ich musste sie unbedingt noch haben, ich liebe einfach dieses Farbenspiel der Perserinnen. Außerdem gab es unerwartet einen freien Platz.
Rosa ‘Pear’ – Wurzerlsgarten
In unmittelbarer Nähe war nämlich Rosa ‘Pear’ gepflanzt worden. Das Foto ist vom Juni 2023 und seitdem habe ich sie nicht mehr im großen Teichbeet gesehen. Darum kann ich auch nicht wirklich mehr dazu sagen. Aber über das nächste Bild kann ich etwas sagen.
Überraschung!
Diese Rose habe ich weder gekauft noch geschenkt bekommen noch jemals in meinen Garten gepflanzt. Trotzdem gab es eine Blüte in höchstens 20 cm Höhe, die ich nur entdeckte, weil ich die Persische Rose fotografieren wollte. Es ist ein Rätsel, das ich nicht lösen kann. Ich kann jetzt schon kaum das nächste Rosenjahr abwarten, um zu sehen, ob sie wiederkommt, oder ob ich eine Fata Morgana fotografiert habe. Es war ja nur eine einzige Blüte. Vom Aussehen her erinnert sie mich an die Delbard Malerrosen, ich hatte sicher 7 verschiedene Sorten im Garten, aber das ist wohl so 20 – 25 Jahre her und sie verschwanden auch relativ schnell wieder, weil sie das milde Klima aus Frankreich nicht mit meiner Oberbayerischen Endmoräne tauschen wollten. Also scheint es mir undenkbar, dass es sich hier um die Wiedergeburt einer Delbard-Rose handeln könnte. Gott sei Dank habe ich das Foto gemacht, wunderbarerweise hat sie an dem Tag geblüht, als ich die Bestandsaufnahme, meine Rosen betreffend, gemacht habe. Ich bin gespannt, wie das weitergeht. Wenn sie nächstes Jahr wiederkommt, dann taufe ich sie Rosa ‘Wurzerls Überraschung’.
Rosa ‘Libertas’ – Wurzerlsgarten
Ja und nun kommt auch schon die vorletzte Rose in meinem Bestand. Direkt am linken Paradiestor-Pfosten blüht sei drei Wochen die Rosa ‘Libertas’. Sie hat sich nicht vom Hagel unterkriegen lassen – “Freiheit” bedeutet ihr Sortenname und sie nimmt sich die Freiheit und blüht überreich, halt einen Monat später als normal. Egal, ich freue mich!
Rosa ‘The Dark Lady’, Wurzerlsgarten
Ich komme zur letzten Rose in meinem Mixed Border am Teich, aber auch insgesamt in meiner Rosenaufstellung. Rosa ‘The Dark Lady’ ist ebenso gefüllt wie Rosa ‘Munstedt Wood’, aber die Blüten changieren in einem lebhaften Farbspiel zwischen Weinrot und Violettrot, womit sie noch etwas mehr auffällt, wie die dunklere Rosa ‘Munstead Wood’. Sie bildet den Abschluss des Rosenreigens in Wurzerlsgarten unmittelbar am rechten Pfeiler des Paradiestores.
Abschließend ist zu vermerken, dass ich 2 Rosen definitiv verloren habe, aber eine Überraschungsrose dazubekommen habe.
Tagebucheintrag 30.07.26 – ”Ist das Leben nicht schön?“
Jedes Jahr gibt es vom Frühling bis zum Hochsommer einen starken “Stoßverkehr” an den Futterstellen im Garten. Besonders beliebt sind die Meisenknödel und die Mehlwürmer. Während des Winterhalbjahrs ist es ja eher beschaulich. Da ist keine Brutzeit und die Stare sind in den Süden geflogen. Aber jetzt ist Brutzeit und wenn dann die Familien Spatz, Star, Amsel und Meise mit ihrem Nachwuchs anrücken, dann ist was los auf meiner Terrasse. Manchmal kommen auch mehrere Familien einer Spezies vorbei. Es ist zu nett, zu sehen, wie die Kleinen mit aufgerissenen Schnäbeln ihren Elternteilen hinterherhüpfen. Dieses Jahr habe ich tatsächlich eine Premiere. Winters sah ich den Großen Buntspecht schon öfter an den Meisenknödeln, aber im Sommer noch nie. Und es ist tatsächlich steigerungsfähig, er kommt nicht nur regelmäßig seit 2 Monaten, er hat auch tatsächlich schon seinen Nachwuchs dabeigehabt, den er auf dem Terrassenboden gefüttert hat. Solche Erlebnisse entschädigen mich dann auch wieder mit dem letzten und dem nächsten Hagel.
Großer Buntspecht und sich entfernender Spatz an einem der Meisenknödel-Depots
Es ist tatsächlich wichtig, dass auch im Sommer gefüttert wird. Aber nicht nur das, liebes Tagebuch, genauso wichtig sind Wasserstellen. Ich war vor kurzem im Mähringer Tagliliengarten bei Gerd Öllermann. Er hat ein Herz, auch für ganz kleine Tierchen. Ich habe Dir extra ein Foto gemacht, schau mal. So können auch die ganz Kleinen bei der Sommerhitze gut durch den Tag kommen.
Was für ein Anblick, Bienen beim kollektiven Besäufnis! Hach, ist das Leben nicht schön?


































4 Kommentare
Unglaublich, welche Rosenvielfalt du in deinem Garten untergebracht hast, Renate! Der erste Flor ist hier in der Hitze bei einigen Rosen sehr schnell verblüht. Nun hoffe ich, dass wir mehr vom zweiten haben.
Liebe Grüße
Susanna
Hallo Susanna, ich hoffe ja sehr, dass das bei mir nicht schon der zweite Flor war, sondern ich im September und Oktober noch einen Nachschlag bekomme. LG Wurzerl
liebes wurzerl
wunder-, wunderschöne rosen hast du in deinem garten!
ich habe für alle tiere draussen auf dem balkon ein sandbad und auch eine grosse trinkschale. wird beides rege genutzt. ich füttere seit bald 11 jahren die vögel ganzjährig. passe das futter jeweils an die situation an. momentan streiten sich die vögel, um an die sommer-meisenknödel zu kommen. ich habe auch noch meisenknödel mit insekten (natürlich schon x-jahre ohne netz). auch der eichelhäher-jüngling kommt täglich! ich sitze mit kaffeetasse am esstisch und schaue den piepmätzen zu. es kommen auch wieder viele papis mit den jungen. aber meist sogar mit 2 jungen! DAS hatte ich noch nie!
liebe grüsse
gabriela
Liebe Gabriela, Deine Beobachtung ist richtig, auch ich denke, dass es mehr Jungvögel pro Brut gibt, die es schaffen, zumindest einmal flügge zu werden. Ein Junges ist inzwischen absolut selten. Meist kommt ein Altvogel mit 2 – 3 Jungen. Selten 2 Altvögel mit 3 – 4 Jungen. Ohne Sommerfütterung wäre das gar nicht möglich.
LG Wurzerl