Frühling im Abenteuer-Garten Hantelmann, Ilsede-Münstedt

Garten Irmgard Hantelmann, Ilsede-Münstedt

Ankommen im Garten Hantelmann in Münstedt

Im Garten Hantelmann war ich inzwischen bereits mehrere Male und über die Sommerzeit existiert bereits ein Beitrag in Wurzerlsgarten. Wer den Frühling im heutigen Garten mag, für den habe ich am Ende den Link zum ersten Bericht. Da sieht man dann auch die Veränderungen, die in diesem Garten immer wieder zu erkennen sind, ganz unabhängig von der Jahreszeit.

Schnell ist Münstedt, das ist ein Ortsteil von Ilsede im Landkreis Peine (Niedersachsen), durchfahren und ich nähere mich dem Ziel. Auch die Orts-Geschichte ist schnell erzählt: Im Jahre 1189 wurde das Dorf erstmals urkundlich erwähnt, als Bischof Adelog von Hildesheim die Kapelle Oberg aus der Mutterkirche Münstedt herausnahm. Dann ist Wikipedia erst wieder ein Eintrag über den 01.02.1971 wichtig, als Münstedt mit anderen Gemeinden zur Gemeinde Lahstedt zusammengefasst wurde. Am 01.01.2015 wurde dann ein weiterer Zusammenschluss der Gemeinden Lahstedt und Ilsede rechtskräftig.

Auf jeden Fall bin ich im Nu an meinem Ziel und fahre die mir inzwischen gut bekannte, lange und großzügige Auffahrt des Resthofes bis zum Haus entlang. Der Sitzplatz wartet schon in der Sonne auf mich.

Spaziergang im April durch den Garten Hantelmann

Es ist April, in dieser Jahreszeit war ich noch nie da und Irmgard hatte mir von einer neuen Ruinenmauer und einem jüngst entstandenen Hochbeet vorgeschwärmt. Das sind gleich mehrere Gründe, dass ich nicht nach Ostfriesland durchrausche, sondern bei meinen Gartenfreunden einen Zwischenstopp einlege.

Irmgard stürmt temperamentvoll aus dem Haus und unsere Begrüßung fällt wie immer wortreich aus. Nach einer kurzen Kaffeepause verkrümele ich mich mit dem Foto in den Garten und gehe als erstes noch einmal um die Hausecke, um mich im Terrassenbereich und auf dem Vorplatz umzusehen. Die Hostatöpfe sind schon wieder auf ihrem beschatteten Stammplatz angekommen. Immer weiter entfalten sich die Blattrosetten in den länger werdenden Tagen und zeigen ihre unterschiedliche Panaschierung und die Texturen immer deutlicher, bis sie sich dann im Mai makellos in ihrer vollendeten Pracht zeigen.

Nachdem ich der Einfahrt etwa ein Drittel gefolgt bin, verlasse ich den Weg und den begleitenden Gehölzsaum auf der rechten Seite und betrete den vorderen Garten. Hätte ich eine Strickmütze auf, würde ich beim “Entenmarsch” wohl gar nicht auffallen.

Normalerweise hebe ich mir dieses Areal bis zum Schluss auf. Wenn ich mit den vielen Eindrücken, die auf ca. 4500 qm in den völlig unterschiedlichen Gartenteilen, auf mich einstürmen, bis oben hin voll bin, dann kann ich hier auf die einfachste Art, die ich mir nur wünschen kann, herunterkommen. Da mir aber heute noch die 650 km Autofahrt in den Knochen stecken, fange ich mit diesem ruhigen, harmonischen, wunderschönen grünen Garten an. Er streichelt meine Seele und eine tiefe Freude erfüllt mich.

Es ist ein wenig anders als gewöhnlich, das Grün ist heller, frischer, die Blattentwicklung ist noch jung und nicht abgeschlossen. Die Begleitfarben der Dekorationen, die strukturierende Inseln in den Randbereichen bilden, sind zurückhaltend. Viel immergrüner Efeu bringt ein Stück weit Kontinuität und Ewigkeit in diesen Gartenteil, den ich genau dafür schätze.

Als ich an einer großen, rostfarbenen Hirsch-Silhouette vorbeischreite, erinnere ich mich amüsiert an die Wildschwein-Silhouetten, die auf der anderen Seite der Einfahrt in der Nähe des Nebenhauses standen. Ich erzählte die Geschichte schon, aber sie ist immer noch einen Lacher wert, wenn ich daran denke, wie Irmgard auf der Straße von Nachbarn angesprochen wurde, dass in ihrem Garten eine Gruppe Wildschweine sei. Nein, es war damals kein Aprilscherz und Irmgard verging das Lachen, als sie auf ihr Grundstück zurückkam und tatsächlich eine Gruppe Wildschweine, zwischen den Deko-Artgenossen den Gartenboden durchwühlte. Ich halte es zumindest für unwahrscheinlich, dass eines Herbsttages ein Rothirsch in den Garten schreitet, um seinen vermeintlichen Widersacher mit lautem Brunftgeschrei in die Flucht zu schlagen.

Damit die Immergrünen und der hauptsächlich dunkle Efeu diesen Gartenteil nicht zu düster wirken lassen, gibt es hier gepflanzte Frühlingssonne. Neben hellgrünen Blättern bei Gehölzen, wie z. B. der Choisya, strahlen mich gelbweiße Crispa-Tulpen und gelber Scheinmohn unbekümmert an.

Ich finde es perfekt, dass sich die Dekorationen, vor allem die Skulpturen, rundum im Randbereich des vorderen Gartens befinden. Ich feiere ein Wiedersehen mit Allen, aber für den Vogelkopf, der viel zu perfekt ist mit seinen farblich unterschiedlichen Flechten auf dem Kopf, als dass ich ihn als Donald Duck abtun könnte, ja, für den habe ich eine große Schwäche. Ich fürchte, ich habe ihn schon beim ersten Beitrag gezeigt.

Inzwischen bin ich schon an der Hausseite vorbei und durch den großen Rosenbogen hindurchgegangen. Der Garten wird hier bis zur nächsten Hausecke etwas schmaler. Das Ende der Breitseite wird durch einen gemütlichen Sitzplatz markiert, der windgeschützt in einen runden Senkgarten integriert ist.

Dann komme ich im großen Garten an, der in unterschiedliche Partien aufgeteilt ist und dank weniger Raumabtrennungen sehr großzügig wirkt. Die Bäume, die hier vereinzelt stehen, sind sorgfältig ausgewählt, damit sie nicht zu viele Stellen im Garten beschatten. Immer wieder gibt es Sitzmöglichkeiten und es wird hier fröhlich und bunt.

Ich bewundere Irmgards, regelmäßig neugestaltete “Oranje-Konstruktion”, sie pflegt damit ihre Verbindung zu den Niederlanden. Heute sind es Tulpen und Violas, welche die Farbe Orange betonen. Erst danach fällt mein Blick auf die Ruinenmauer dahinter, obwohl sie nicht zu übersehen ist. Aber durch die Signalfarbe orange bin ich tatsächlich abgelenkt worden. Die Mauer passt hervorragend in den großen luftigen Garten. Sie wirkt einladend, nicht abweisend, wie das so manche Hecke oder Mauer tut.

Es ist nun nicht mehr weit zum Teich, auch hier überall wieder Inseln mit frischem Sonnengelb. Der Staketenzaun und die Beleuchtung rund um den Teich machen Sinn. Sie schützen nicht nur die Enkel der Familie Hantelmann, sondern sind auch sinnvoll für Besucher, die sich am Abend nicht vom Feiern und dem Garten trennen können.

Dann bin ich doch noch direkt bei einer hohen Heckenumrandung angekommen. Sie trennt zwei Gartenteile ab. Der erste ist der Schnittblumengarten, den lasse ich heute aus und gehe gleich in den zweiten Garten, den “Weißen Garten”. Die weißen Narzissen und die frühen weißen Tulpen sind schon verblüht. Die hohen weißen Allium-Knöpfe brauchen noch etwas Zeit, bis sie im “Weißen Garten” vor dem Sommerflor aufblühen. Schön ist dieser abgetrennte Bereich immer.

Es ist wirklich enorm, was das Ehepaar Hantelmann in den letzten 50 Jahren aus dem landwirtschaftlichen Betrieb, der schon seit Generationen im Besitz der Familie von Karl-Heinrich ist, geschaffen hat. Angefangen wurde mit dem Garten, nachdem ein großer Stall abgebaut und ein ausladender Teich angelegt wurde. Nach und nach entstanden dann immer neue Gartenteile und ich bin mir sicher, die Ruinenmauer und das neue Hochbeet, sind nicht die letzten Einfälle der Beiden.

Das Video hat diesmal Irmgard selbst geschickt und mit Hilfe ihrer Schwiegertochter verfasst. Gerne hätte sie uns teilhaben lassen an der Blüte von hunderten von Winterlingen, die für sie den Frühlingsanfang markieren. Aber als das Video im Spätwinter vor kurzem entstand, lag noch Schnee im Garten. Also hat sich Irmgard beherzt in ihren Veranstaltungsraum begeben, um uns zu zeigen, wo sie große Busgruppen verköstigt, wenn sie den Garten besichtigt haben. Klickt gerne auf das Bild und schaut Euch die Eventscheune an.

Während der Garten in der Saison oft für Gäste geöffnet wird, gehört er im Winter allein der Familie Hantelmann und ihren gefiederten Freunden, die sich oft an den Futterstellen blicken lassen. Die Gastfreundschaft hat sich bis zu den Fasanen herumgesprochen, die oft und gerne hierherkommen.

Zum Schluss möchte ich Euch noch die Termine des Gartens für die “Offene Pforte 2026” nennen:

25.04.26 und 26.04.26, 12 – 18 Uhr, “Der Garten erwacht”

20.06.26 und 21.06.26, 12 – 18 Uhr, “Die Rosenblüte”

22.08.26 und 23.08.26, 12 – 18 Uhr “Spätsommerblüte”

Seitdem eine Besucherin eine Ramblerrose, die just zum “Offenen Garten” im Kirschbaum blühte, für eine Kirschblüte angesehen hat und deren Gatte ihr ernsthaft erklärte, dass es ja auch späte Kirschen gäbe, seitdem gibt es am Tag der “Offenen Gartentür” auch Gartenführungen.

Was die Besucher zumindest beim Augusttermin erwarten könnte, das ist im folgenden Link zu sehen:

https://www.wurzerlsgarten.de/deutsche-gaerten/garten-hantelmann-ein-garten-fuer-alle/

Liebe Familie Hantelmann, es war mir wieder ein großes Vergnügen, Euch zu besuchen und zum zweiten Mal in Wurzerlsgarten über Euren Landhausgarten berichten zu dürfen.

Garten Irmgard und Karl-Heinrich Hantelmann

Adresse: PLZ 31246 Ilsede-Münstedt, Wikbildstr.6

Kontakt: Irmgard Hantelmann, E-Mail: toepferei.hantelmann@gmx.de Tel. 05172/8100

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15 Kommentare

  • Renate, der Garten von Irmgard und Karl Heinz ist immer eine Reise wert. War schon zweimal mit Ulrike da und wir durften den Garten und die Gastfreundschaft der beiden genießen. Danke für zeigen.

    • Sehr gerne liebe Gertrud, ich finde es schön, mehrmals gleiche Gärten zu unterschiedlichen Jahreszeiten zu besuchen. Nicht umsonst heißt es: “Man geht nie zweimal in denselben Garten”. LG Wurzerl

  • Liebe Renate, dieses Frühlingsevent fehlt mir noch in meiner Besuchsliste bei Irmgard. Es ist ein wunderschöner Garten. LG Bärbel

    • Das ist ja nett, solche Feedbacks freuen mich. Genau dafür, dass Ihr Anregungen für schöne neue Garten-Unternehmungen bekommt, mache ich meine Beiträge. Geteilter Spaß ist bekanntlich doppelter Spaß. LG Wurzerl

      • Liebe Renate, ich bin neu in diesem Chat, verfolge ihn aber schon länger. Der Garten Hantelmann ist ganz bei mir in der Nähe und ich habe ihn schon öfters mit Freundinnen besucht. Man kann dort viel über Gestaltung von Gartenräumen lernen und die Vielfalt ist überzeugend.
        Zur Zeit ziehe ich mit meinem bisherigen alten Garten in einen neuen Garten um. Der Boden in der Hildesheimer Börde ist bisweilen etwas zu fett für Gartenpflanzen, so dass die Botanik ab Mai nur so explodiert. Ggf. könnte ich Bilder senden. LG und danke für deine wunderbaren Gartenportraits, auf die ich immer sehr gespannt bin.
        Grüne Grüße von Jeanette

        • Liebe Jeanette, ja die Börde ist sehr fruchtbar, ich könnte mir vorstellen, dass Du so ähnliche Pflanzen ziehst wie ich, weil der Boden nicht wasserdurchlässig ist. Meiner auf der letzten Endmoräne Oberbayerns ist sehr lehmig und dicht. Ich wünsche Dir einen guten Gartenumzug. Wenn Du Fragen hast, oder mir Deinen neuen Garten vorstellen möchtest, schreibe mir gerne eine Email. Alles Gute und ein schönes Wochenende. LG Wurzerl

  • Liebe Renate,
    Ich bin mal wieder sprachlos. Sooo ein schöner Artikel. Ich hoffe, du machst weiterhin Station bei uns auf deinem Weg nach Ostfriesland.
    Ganz herzlichen Dank für deine Mühe.
    Werde deinen Artikel für unsere 6 Enkel ausdrucken damit sie später sehen können was Opa und Oma so getrieben haben.

    • Das gibt mir Hoffnung, es schließen so viele Gärten, weil sich kein Nachfolger findet. Immer mehr Gärtnereien bekommen keine interessierten Auszubildenden mehr. Die Entwicklung macht mir große Sorgen. Denn nur wenn Eltern und Großeltern ihren Kindern Spaß am Garten vermitteln, kann sich das Blatt wieder wenden. LG Wurzerl

  • Liebe Renate vielen Dank für deine schönen Worte! Deine Beschreibung hat ihn in meinen Augen noch strahlender gemacht – danke, dass du ihn mit so viel Empathie wahrgenommen und geteilt hast!”

    • Ja, Du hast recht. Ich fand sie auch bemerkenswert. Eine Pflanze mit Charisma, gar nicht so häufig bei panaschierten Pflanzen. LG Wurzerl

  • Ich bin wieder einmal schwer beeindruckt! Einen so großen Garten so toll zu gestalten und in Schuss zu halten, ist schon eine Herausforderung!
    Danke fürs Zeigen!
    Viele Grüße von
    Margit

    • Das denke ich auch liebe Margit und wenn man bedenkt, dass dieses Niveau über 35 Jahre nicht nur gehalten wurde, sondern kontinuierlich immer weiter gesteigert wurde, ist das mehr als beachtlich und bewundernswert. LG Wurzerl

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