Ankommen im Garten Kindermann in Rosche / Schwemlitz
Schwemlitz gehört zur Samtgemeinde Rosche im Landkreis Uelzen, in Niedersachsen. Hier befindet sich der Garten von Marion Kindermann. Egal, ob man sich im Wendland umsehen möchte, oder in der Lüneburger Heide unterwegs ist, das Anwesen des Ehepaares Kindermann liegt strategisch günstig für Ziele und Unternehmungen aller Art. Ein großer Vorteil ist, dass Marion nicht nur einen wunderbaren Garten ihr Eigen nennt, sondern auch B & B anbietet. Wer hier übernachtet, kann täglich Exkursionen in besondere Landschaften und Gärten in alle Himmelsrichtungen unternehmen.
Ich hatte diesen Garten als erstes Ziel für meine Augustreise 2025 in die Lüneburger Heide anvisiert, damit sich die Teilnehmer meiner FB-Traumgartenreise, die eine nicht allzu lange Anreise hatten, schon einmal in einem ersten schönen Garten eingrooven können.
Schon im Eingangsbereich fallen mir einige Details auf. Der Garten wirkt überaus lebendig, dabei aber durchaus sehr harmonisch. “Grün” in allen möglichen Farbtönen und Formen ist der “Gartenarchitekt”. Blüten werden gezielt in Farbbeeten eingesetzt, so entstehen weiße, rosafarbene, gelbe oder blaue Beete, die dem Betrachter Farbe bieten, ohne eine unruhige Buntheit zu vermitteln.
Gehölze spielen eine wichtige Rolle im Garten. In den Beeten achtet Marion darauf, dass sie einen besonderen Zierwert besitzen, wie z. B. der panaschierte Acer negundo ‘Flamingo’. In der Peripherie sind die Bäume und Sträucher gefällig angeordnet, damit sie zwar einen grünen Rahmen, aber nie eine starre, grüne Wand bilden. Größere Gestaltungsmaßnahmen sind oft direkt im Garten-Randbereich vorgenommen worden. Sei es der große Teich, die Kinderhütte, oder einfach nur Nischen, die als Sitzplätze dienen. Davon gibt es eine ganze Menge im Garten.
Unmittelbar am Haus finden sich die Farben weiß und viel grün. Zum Rot der Klinkerfassade, die mit weißen Tür- und Fensterrahmen aufgehübscht sind, passt nicht nur die weiße Sitzbank, sondern auch die Hortensienblüten und grünweiß panaschiertes Blattwerk. Auch hier finden sich immer wieder Sitzplätze, verspielte Details und Gehölze mit Topiaryschnitt. Hinter dem Haus öffnet sich dann der Blick in einen großzügig angelegten Garten, mit Parkcharakter.
Vom Central Park in New York zum Garten Kindermann in Rosche/Schwemlitz
Die Entstehungsgeschichte dieses Gartens ist so interessant, dass ich es gern Marion selbst überlasse, im beigefügten Video, das wieder von Ulrike Aljets aufgenommen wurde, darüber zu erzählen. Also macht gerne den Ton laut und klickt auf das Foto und lasst Euch für einen Moment in den Central Park von New York entführen:
Ich kann nur eines sagen, was sich mir an diesem Nachmittag in Schwemlitz bietet, ist ein kleines Gartenarchitektur-Kunststück, das auf der Grundstücksgröße von 2.400 qm alles bietet, was ein Wohlfühlgarten mit Parkanspruch leisten sollte.
Schon im vorderen Teil sehe ich Grün in abwechslungsreichen Höhenstaffelungen. Es gibt keine Ecken und Kanten und keine Wege zerschneiden das frische Rasengrün. So mäandert der “Grüne Fluss” mit weichen Rundungen vorbei an der Peripherie, deren Nischen neugierig machen, nimmt aber den Besucher trotzdem mit, um ihn auf eine schmale Enge zuzuführen, hinter sich dann die grüne Fläche in den großen hinteren Gartenbereich ergießt und spielerisch um unterschiedlich geformte Pflanzinseln weiterführt.
Bevor ich mich endgültig vom Rasenteppich einsaugen und mitnehmen lasse, möchte ich mir doch die geschickt in die Randbereiche eingebauten Überraschungen ansehen. Immer wieder finden sich unterschiedliche Sitzgelegenheiten, die zum Ausruhen, Schauen und Genießen einladen. Das gilt keineswegs nur für Gartenbesucher oder B & B Gäste, auch Marion nutzt die einfallsreich gestalteten Sitzecken, um überall im Garten eine kleine Pause von der Gartenarbeit machen zu können. Beim Durchzählen kommt man schnell auf ein gutes Dutzend verschiedener Sitzgruppen, aber es wird gemunkelt, dass es durchaus auch schnell einmal bis zu 18 verschiedene Örtlichkeiten sein können.
Etwas länger verweile ich am Größeren der beiden Teiche. Auch er schmiegt sich, zusammen mit dem kleinen Blockhaus direkt in den Randbereich des Gartens. Bewusst hat Marion darauf verzichtet, dieses hübsche, naturnahe Ensemble in die hintere Gartenmitte zu platzieren. Der grüne Rasenfluss wäre damit nur unnötig zum Stocken geraten. Hier ist eine intime verwunschene Situation entstanden. Im Häuschen gibt es eine Fotogalerie, um Vorher-Nachher-Bilder aus dem Garten sehen zu können. Sie werden von interessanten Luftbildaufnahmen ergänzt.
Beim Weitergehen komme ich in den ehemaligen Kinderspielbereich. Nicht nur früher war diese Stelle der Ausgangspunkt für Versteckspielen und anderes im Garten. Auch heute lädt der Garten noch Groß und Klein zum ungezwungenen Umgang mit den vielen Versteckmöglichkeiten ein. Auf der Hängematte kann man sich nach dem Toben ausruhen, oder die Benjeshecke begutachten, ob sich ein tierischer Bewohner entdecken lässt. Ich nehme mir eine Erfrischung von der “Leiter-Bar” und schaue, was auf der anderen Seite des Zwergenhäuschens auf mich wartet.
Natürlich, wieder ein neuer Sitzplatz der zum Verweilen einlädt. Alle Holz-Arbeiten, angefangen von den Stegen, Zäunen, Volieren, Pergolen und den Gartenhäusern sind das Werk des Hausherrn Jörg Kindermann. Allein seine handwerkliche Handschrift, die sich durch den Garten zieht, ist einer der vielen kleinen Punkte, warum das Anwesen so großzügig, harmonisch und stimmig wirkt.
Ich mache mich auf die Suche nach dem kleineren Teich. Er ist der Ältere von den beiden Wasserstellen und entstand 1988 in der Nähe der Hausterrasse, als ein uralter Kirschbaum gerodet worden war und ein tiefes Loch im Garten auf eine neue sinnvolle Nutzung wartete. Ich setze mich für einen Moment auf die Terrasse und betrachte den Teich mit der interessanten Uferbepflanzung. Dahinter verläuft eine Pergola, bestückt mit Wisteria und Clematis, die zusätzlich zum Bambus und anderen Solitärstauden am Ufer, eine abgeschirmte, intime Situation schafft, ähnlich den unterschiedlichen Peripherie-Überraschungen, in die ich nach und nach eingetaucht bin.
Anfangs wirkte die Pergola noch wie ein filigraner Rahmen, durch den man in den “Park” schon einen Blick erhaschen konnte. Jetzt, dank dem schnellen Wachstum der Wisteria schirmt sie die Terrasse ab und bewahrt gleichzeitig das Geheimnis des großzügig gestalteten, hinteren Gartens.
Nach wenigen Metern liegt der Rasen mit seinen Pflanzeninseln vor mir und scheint in viele Richtungen ins Unendliche weiter zu mäandern. Harmonisch eingestreut sind die Pflanzeninseln. Nur durch das Buchsrondell führt ein heller Kiesweg. Ich bleibe auf dem Rasen und lasse mich von einer Pflanzinsel zur nächsten treiben. Die vielen Grünnuancen gliedern und verschmelzen gleichzeitig und mir wird geschickt eine Gartengröße vorgespiegelt, die so nicht vorhanden ist, aber doch dazu geeignet erscheint, mich in einem viel größeren Landschaftspark zu wähnen. Alle Gestaltungselemente sind im Randbereich angesiedelt und ich gehe entspannt durch das “Inselreich”, das mich einlädt zu gehen, oder zu verweilen, je nachdem, was ich empfinde.
Marion liebt Grün in jeglicher Art. Stauden, wie Gräser und Funkien, in verschiedenen Formen und Grüntönen fordern sie heraus. Sie schafft es, sie zusammen mit Gehölzen und Bodendeckern zu grünen Höhepunkten im Rasen oder Randbereich zu gestalten.
Gärten mit vielen bunten Beeten wirken kleiner und nehmen einer Anlage den Parkcharakter. Grün ist die wesentliche Farbe, die mit Hilfe von Weiß und hellen Pastellfarben ein Gelände streckt und großzügig erscheinen lässt. Trotzdem bleibt man immer wieder stehen, um sich die Formenvielfalt der Blätter zu betrachten. Marion selbst formuliert es logisch und einleuchtend:
“Schließlich ist die Farbe des Laubs doch die prägendste, dauerhafteste und wichtigste im Garten”.
Hinten im Pavillon entdecke ich schließlich Marion. Ein kleiner Schnappschuss muss sein! Dann gehe ich weiter im “Grünen Fluss” und folge ihm auf die andere Seite des Hauses. Manchmal locken mich Sichtachsen weiterzugehen, manchmal ist es tatsächlich eine Konifere, die im Weg zu stehen scheint und mir die Sicht auf das dahinter versperrt, was mich natürlich erst recht dazu animiert, weiterzugehen.
Vorne angekommen, drehe ich mich abrupt um und kehre zurück an das hinterste Gartenende. Dort wartet die Chillarea zum Relaxen. Und genau das mache ich jetzt noch. Gut, der Garten Kindermann ist nicht der Central Park von New York. Aber die abwechslungsreiche, erfinderische, mit vielen Überraschungen aufwartende Gestaltung hat mich jetzt doch liegestuhlreif gemacht.
Liebe Marion, lieber Jürgen, ich danke Euch ganz herzlich, dass ich mit meiner FB-Traumgartengruppe bei Euch zu Gast sein durfte und Ihr mir gestattet, Euer wunderbares Areal in Wurzerlsgarten vorstellen zu dürfen. Euch alles Gute und auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen, dieses Mal mit B & B.
Garten Marion Kindermann
Adresse: PLZ 29571 Rosche/Schwemlitz, Kattenbarg 2
Kontakt: Tel. 05803/9694120 E-Mail: m-kindermann@web.de
Internetauftritte: Garten Kindermann mit B & B in Facebook und Instagram


5 Kommentare
Danke schön, eine sehr schöne und verlockende Beschreibung des Gartens, bei der man beim Lesen gerne auch beim Durchgang des Areal als dabei sein möchte. Die Beiträge sind immer sehr interessant und ich freue mich darauf. Viele Grüße Birgitt
Vielen Dank liebe Birgitt, ich nehme Dich auch sehr gerne jede Woche wieder mit auf eine neue Kurzreise in Gärten oder Landschaften. Nächste Woche lade ich Dich nach zwei Monaten Pause auch wieder direkt in Wurzerlsgarten ein. Allerdings geht es da ausschließlich um meine Rosen. Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende. LG Wurzerl
oh wieder ein so toller, spannender garten mit vielen überraschungen! ich schaue mir die gärten alle gerne an und beneide euch alle um diese tollen gärten. in nächster zeit wird es von meiner seite etwas ruhiger, da ich gesundheitlich etliches abklären muss :(.
liebe grüsse
gabriela
Liebe Gabriela, ich wünsche Dir gesundheitlich alles erdenklich Gute. Aber erst einmal ein ruhiges, schönes Wochenende für Dich wünscht Wurzerl
Wie schön, dass es dort so viele Überraschungen zu entdecken gibt, liebe Renate. Das macht einen Garten erst spannend und wurde hier offensichtlich gekonnt umgesetzt.
Viele Grüße
Susanna