Die Wiederentdeckung eines Gartenparadieses in Cornwall
Buchrezension
Titel: “Lost Gardens of Heligan” die Wiederentdeckung eines Gartenparadieses in Cornwall; Autor: Tim Smit; übersetzt aus dem Englischen von Stefan Leppert; Ulmer Verlag; 2016; 288 Seiten; zahlreiche Fotos div. Nachweise; geb.; ISBN 978-3-8001-1282-1
Der Autor Tim Smit
Tim Smit, auch bekannt als Initiator des bekannten Eden Projects, startete 1997 das ehrgeizige Vorhaben, “The Lost Gardens of Heligan” in Cornwall zu neuem Leben zu erwecken. Der Autor schreibt 25 Jahre nach seiner ersten Begegnung mit den “Verlorenen Gärten” in diesem Buch über die Wiederentdeckung und Wiederherstellung des Areals von Heligan.
Das Buch “Lost Gardens of Heligan”
Das Buch ist 2016 zum 25-jährigen Jubiläum der Wiederentdeckung Heligans erschienen. Es ist noch im Gartenbuch-Programm des Ulmer Verlages verzeichnet und bestellbar, darum meine heutige Rezension. Für eingeschworene Gartenfreunde Cornwalls und Heligans ist dieses Buch ein ‘must have’. Wer bereits das Glück hatte, Heligan besuchen zu können, für den ist “Lost Gardens of Heligan” eine unermessliche Fundgrube zu historischen Fakten, den Zufällen der Wiederentdeckung und der Wiederherstellung des Gartens.
Großartige Fotos, mit Impressionen, teilweise über zwei Buchseiten, Drohnenaufnahmen zur besseren Übersicht, aber vor allem Bilder von einzelnen Gartenbereichen mit gegenübergestellten “Vorher” “Dazwischen” und “Nachher” Vergleichsfotos vermitteln einen starken Eindruck der Anlage zwischen 1900 und 2015.
Ich habe es tatsächlich 2 x gelesen, einmal leider in Eile, bevor ich nach Cornwall aufgebrochen bin und ein zweites Mal jetzt, als ich die vielen Fotos sortierte, um in Wurzerlsgarten einen Beitrag über Heligan zu schreiben. Mit Erlaubnis des Verlages habe ich zum ersten Mal in einer Gartenbeschreibung auch Zitate eingefügt. Tatsächlich ist dieser Ort so magisch, romantisch und spannend zugleich, dass es schwierig ist, ihm in einer schlichten Beschreibung gerecht zu werden.
Das mag wohl auch Tim Smit so empfunden haben, als er auf einen der beiden Erben des Gartens traf. Er beschreibt sein großes Abenteuer empathisch, aber nicht sentimental. Auf der Buchcover-Rückseite lese ich:
“Undurchdringliche grüne Wildnis liegt vor uns, aber unter unseren Füßen ist eine Treppe zu erahnen. Brombeerranken verdecken die zerbrochenen Fenster des alten Gewächshauses. Welches Gartenparadies mag sich hinter dem grünen Schleier verstecken? Wo sind die Gärtner, die hier gewirkt und gelebt haben, bevor die Zeit des Krieges für Vernachlässigung sorgte?”
Es gibt mehr Antworten auf die Fragen, als man erwarten kann. Aber vor allem gab es für Alle, die in das Mammutprojekt involviert waren, ein Ziel: “The Lost Gardens of Heligan” wieder zu neuem Leben zu erwecken.
Wie das nach und nach möglich schien und realisierbar wurde, das beschreibt Tim Smit vor allem in Kapiteln, die sich mit einzelnen Gartenpartien beschäftigen. Auch wenn so mancher lieber eine fortschreitende Chronologie bevorzugt hätte, ich finde dieses Vorgehen zum besseren Verständnis auch dank der perfekten, aussagekräftigen Illustrationen, angebracht.
Egal, ob man Heligan kennt oder nicht, ich glaube, wer in sich die Gartenleidenschaft spürt, der kann mit diesem Buch eine spannende Reise in das Herz eines historischen, Cornischen Gartens erleben.
