Helleborus – Tausendsassa

Helleborus x hybridus, Mixed, Wurzerlsgarten

Die Lenzrosen in meinem Garten!

Botanische Namen spielen wohl für keinen Gartenanfänger eine große Rolle. Man kauft was gefällt und das was bleibt, hat das Glück gehabt, einen zufällig passenden Pflanz-Platz bekommen zu haben. Nun gibt es zum Glück Stauden, die sind richtige Tausendsassas und verübeln einem nicht gleich jeden kleinen Fehler, da sie anpassungsfähig sind.

Helleborus x hybridus am Bach-Hügel, H. x hybridus ‘Schmetterling’

So ein Glücksfall war meine erste Lenzrose. Ich setzte sie an den Fuß meines Bach-Hügels. Sie nahm es mir nicht übel, dass sie schon fast zu schattig stand, denn der Hang ist trocken und so hatte ich nach ein paar Jahren bereits drei Pflanzen in verschiedenen rosa bis altrosa Blühfarben. Als ich die fast weiße Helleborus ‘Schmetterling’ in einem Katalog entdeckte, die in ‘guttatus’ Manier dunkelrote Punkte im Blüten-Inneren zeigte, konnte ich nicht widerstehen und pflanzte sie in die Nähe meiner vorhandenen Rosafarbenen. Später kam noch eine H. purpurascens dazu. Auch wenn die dunklen Blüten keine Fernwirkung besitzen, so sind sie doch wunderschön, wenn sich die ersten Strahlen der Spätwinter-Sonne in den Blüten verfangen.

Auch bei einer namenlosen, cremeweißen mit braunroten Punkten, die eine gefüllte Blütenform besitzt, wurde ich schwach. Sie bekam einen besonderen Platz vorne in der Ahorn-Ecke, weil ich sie da gut von meinem Frühstücks-Platz im Wintergarten aus sehen konnte. Dies gefiel mir und ich gestaltete die Ecke in ein buntes Frühlings-Beet um. Zur hellen gefüllten Lenzrose pflanzte ich noch eine schwarzrote  gefüllte Helleborus ‘Cerise’ in das Eck-Beet.

Helleborus x hybridus ‘Cerise’ und heller gefüllter H. x hybridus Sämling im Frühlingsbeet des Ahorn-Ecks.

Diese wenigen unterschiedlichen Farben und Formen haben sich inzwischen vermendelt, vermehrt und ausgebreitet. Der Bachhügel wurde zu einem Drittel erobert und im Peripherie-Beet wandern sie kontinuierlich weiter, unbeeindruckt von einem vorhandenen Efeuteppich.

Als ich das erste Exemplar auf der Nordseite meines Steingartens entdeckte, durfte es zwar bleiben, aber ich fing dann doch an einzugreifen und ließ nicht mehr jeden Sämling hochkommen. Generell möchte ich diese Stauden nie mehr im Garten missen. Sie sind zum größten Teil wintergrün und blühen fast konkurrenzlos je nach Arten von Oktober – Mai, zumeist über 2 – 4 Monate.

Helleborus x hybridus Sämlinge, Mitte Helleborus foetidus

Ergänzend habe ich noch ein paar grüne Helleboren wie foetidus in den Garten gepflanzt, ihr ursprünglicher Charakter gefällt mir sehr gut. Für die Christrose, Helleborus niger habe ich offenbar kein glückliches Händchen, sie hat sich zwar im Vorgarten gehalten, aber es kommen immer nur wenige Blätter, zuviel Schatten? Dummerweise habe ich immer vorgezogene Pflanzen gekauft, die eben pünktlich zum Weihnachtsfest blühen sollten, davon haben sie sich wohl nie richtig erholt.

weißrosa Sämling auf der Nordseite des Steingartens

Bevor ich jetzt nach meinen Tausendsassas die Gattung allgemein vorstelle und die verschiedensten Arten und Sorten zeige, möchte ich noch einen Hilferuf weitergeben. Viele Züchter von Frühlingsblühern können jetzt im Lockdown nicht auf die Märkte gehen, aber wir können auf ihre Seiten gehen und damit doch zu unseren Schätzchen kommen, auch zu attraktiven Lenzrosen! Wer absolut sortenreine Helleboren sucht, wird zum Beispiel bei der Staudengärtnerei Peters in Uetersen fündig. Dort gibt es neben handbestäubten Helleborus-Sorten auch solche im Angebot, die ausschließlich vegetativ vermehrt werden und darum das Qualitätssiegel HGC (Helleborus Gold Collection) tragen. Am besten einfach auf den Seiten der Frühblüher-Aussteller suchen und finden.

Wie komme ich jetzt zu blühenden Helleborus oder Galanthus?

Helleborus x hybridus ‘Serah’, weißer und dunkler gefüllter Sämling

Die Schneeglöckchentage und andere frühe Pflanzenmärkte können 2021 coronabedingt nicht stattfinden. Es ist eine schwere Zeit für alle Gärtnereien, die auf Pflanzenmärkte spezialisiert sind. Deshalb möchte ich meinen allgemeinen Helleborus-Teil und die Art- und Sorten-Auflistung mit einem Link beginnen:

https://www.facebook.com/groups/1036900973388268

auf dieser Seite findet Ihr die Aussteller z. B. von den Schneeglöckchentagen in Mannheim. Anne Repnow, die diese Frühblüher-Ausstellung ins Leben gerufen hat, zeichnet auch für die FB-Gruppe “Frühblüher Aussteller” verantwortlich, um ihren Ausstellern die Möglichkeit zu geben, ihr Angebot wenigstens im Internet darzustellen, damit direkt bei ihnen bestellt werden kann. Anne und ich kennen die gute Qualität der Aussteller und wollen sie darum gerne dabei unterstützen, dass Ihr auch 2021 nicht darauf verzichten müsst, Galanthus und Helleborus “green” zu erwerben!

Woher der Name kommt

Helleborus, der botanische Name für die Christrosen, Lenzrosen oder auch Nieswurze, ist erst einmal nicht dafür prädestiniert, sich für diese Gattung zu erwärmen. Aber wen interessiert schon ein Name, wenn vor Weihnachten plötzlich eine schneeweiße Christrose im Terrassenbeet aufblüht und keck ins Wohnzimmer hineinlacht, was hinter dem Namen für Bedeutungen stecken könnten?

Helleborus niger mit leichtem Farbwechsel beim Verblühen

So ganz genau weiß man es nämlich nicht, nur dass es wohl griechische Begriffe sind, die den Nieswurzen zu ihrer offiziellen Bezeichnung verholfen haben. Zur Auswahl stehen “Hirschkalb”, “Speise”, “töten” und “verrückt”! Vielleicht ist damit tatsächlich eine “tödliche Speise” gemeint, denn alle Helleborus-Arten sind giftig. Das Wort “elleborosus” = verrückt, käme zwar mit einem “H” vor dem Wort als Erklärung am nächsten, jedoch halte ich das eher für einen lautmalerischen Zufall, auch wenn im Altertum mit Hilfe von Helleborus bei Geisteskranken Niesattacken hervorgerufen und als wichtiges psychiatrisches Heilmittel angewendet wurden (daher der Trivialname Nieswurz).

Basis-Informationen zur Gattung

Die Helleboren, die zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceaen) gehören, sind mit etwa 25 Arten von Europa über Kleinasien bis Zentralasien beheimatet, eine chinesische Art soll auch erwähnt werden.

H. purpurascens, H. argutifolius, H. orientalis Karaca-Arboretum, Yalova

Die Nieswurze sind hauptsächlich rhizombildende Stauden, die relativ großen Blätter sind auch ohne Blüten attraktiv. Etwa vier Arten sind stammbildend und damit Halbsträucher. Einige wirken wie kleine Palmwedel, alle sind wunderbar mit Blattschönheiten wie Funkien (Hostas) oder Elfenblumen (Epimedium) oder Frühlingsgeophyten kombinierbar. Aber die Helleboren sind nicht nur wegen ihrer meist wintergrünen Blätter begehrt. Ihre frühe, lange andauernde auffällige Blüte ist für unser Gemüt nach dem Winter Balsam und für die ersten Fluginsekten unentbehrliche Nahrung.

Wie kultiviert man Helleborus?

Standort:

Lehmiger, kalkhaltiger, humoser Boden in windgeschützter halbschattiger Lage ist ideal für die Kultur der Lenzrosen. Generell gilt, je trockener der Boden, desto mehr Schatten wird vertragen. Ist die Erde feucht, dann möchte die Pflanze mehr Sonne. Ein dauertrockener oder staunasser Boden ist auf jeden Fall zu vermeiden. Eine Düngung mit Laubkompost ist erwünscht.

Die Christrosen brauchen unbedingt kalkhaltigen Boden, der allerdings nicht zu schwer sein darf, sonst blüht die Pflanze nicht und ist stark pilzgefährdet.

Bei Topfkultur nimmt man am besten gute Kübelpflanzenerde. Christrosen möchten gerne eine Beimischung Kalksteinschotter. Helleboren brauchen große  Töpfe,  das ist für staudige Lenzrosen wichtig, da sie Tiefwurzler sind.

Vermehrung:

Bei den rhizombildenden Stauden ist eine Teilung möglich. Am besten erfolgt sie im Sommer, sobald die Blattbildung der Pflanze abgeschlossen ist.

Die wenigen stammbildenden Pflanzen (Halbsträucher) können nicht geteilt werden! Die Vermehrung erfolgt ausschließlich über Aussaat.  Da es bei den Helleboren mit Stamm-Habitus kaum Wurzeln gibt, sollte man größere Pflanzen auch nicht mehr versetzen.  

Helleboren können auch ausgesät werden. Dabei muss man beachten, dass es Kaltkeimer sind. Aus den Samen wird man fast nie eine Pflanze bekommen, die wie die Mutterpflanze aussieht, seit langem ist der Genpol gut gemischt. Aber trotzdem macht es Spaß sich auszuprobieren und eine schöne Blüte mit Häubchen zu schützen und entweder mit einer Blüte von der gleichen Staude (könnte dann ähnlich wie die Mutterpflanze aussehen) oder einer vielversprechenden  völlig anderen Sorte zu bestäuben (genauso machen es die Profis). Dazu entnimmt man einer der Blüten eine Narbe mit Pollen und streicht damit über den Stempel einer zweiten Blüte, danach kommt das Häubchen wieder über die handbestäubte Blüte, damit nicht unkontrolliert noch Insekten mitspielen, bis sich die Balgfrüchte gebildet haben.

Wenn man schon eine Pflanze mit der Hand bestäubt, um einen Sämling zu bekommen, der nahe an der Mutterpflanze ist, oder eine neue Kreation erschaffen hat (bei bekannten Sortennamen diese bitte aufschreiben), dann sollte man sich auch die Mühe machen und sie an einem kühlen Platz im März vorziehen, bevor sie an den endgültigen Ort ins Beet kommt.  

Helleborus foetidus ‘Wester Flisk’, H. x hybridus, Helleborus x sternii (H.lividus x H. argutifolius)

Ich bin eine faule Gärtnerin, darum habe ich wenige in Form und Farbe unterschiedliche Helleboren gekauft, die sich selber nach Lust und Laune vermehren. Es sind sogenannte H. x hybridus Sämlinge. Sobald eine Lenzrose bestäubt wird, wandeln sich die Kelchblätter in Balgfrüchte, in denen der Samen reift. Natürlich habe ich auch eine Helleborus niger, foetidus und argutifolius, aber diese verbandeln sich nicht mit den H.orientalis Hybriden. Teilweise haben sie auch einfach eine andere Blühzeit.

Was ist bei der Kultivierung zu beachten?

Wenn der Standort und das Substrat passen, sind alle Helleboren pflegeleicht. Man schneidet lediglich alte, unansehnlich gewordene Blätter weg. Ich persönlich mache auch das nicht, sondern ich biege alte Blätter einfach im Frühjahr auf die Erde. Wer keine unkontrollierte Aussaat wünscht, sollte die Blütenstängel nach dem Verblühen abschneiden. Die Samenbildung kostet eine Pflanze auch viel Kraft. Viele schneiden alle alten Blätter ab, bevor die Lenzrose zu blühen beginnt, ich sehe sie einfach als Schutz für die Pflanze vor Spätfrösten. Beim Schneiden von Blüten für die Vase, oder Abschneiden von Verblühtem bitte daran denken, dass Helleborus giftig ist. Der Pflanzensaft, der beim Schneiden austreten kann, führt oft zu Hautreizungen, darum am besten Handschuhe tragen.

Helleborus (vor allem niger) blühen ja in einer Zeit, in der Väterchen Frost im Garten vorherrscht. Sobald die Temperaturen nach unten gehen schickt die Christrose das Wasser aus den Blütenstielen nach unten. Dadurch steigt der Salzgehalt in den Zellen. Das beugt dem Erfrieren der Blüten vor, aber die Pflanze hängt sehr schlapp im Beet oder Topf. Auch wenn das erbarmungswürdig aussieht, man darf jetzt keinesfalls den Fehler machen, die Pflanzen zu gießen. Sobald die Temperaturen steigen und die Sonne kommt, richtet sie sich wieder auf und strahlt in der gewohnten Schönheit.

Gibt es Krankheiten und Schädlinge?

Bei feuchtwarmen Wetter wird Helleborus schnell von der Blattflecken-Krankheit befallen. Die kranken Blätter müssen schnellstmöglich entfernt werden. Besonders Helleborus niger ist anfällig. Es gibt Fungizid-Behandlungen, aber ich rate sich von solchen Pflanzen schnellstens zu trennen und sie nicht zu kompostieren. Bei einem geringen Befall reicht es, schnellstens die befallenen Blätter abzuschneiden und zu entsorgen.

Sind die Sommer zu nass fehlt der Pflanze die Trockenphase zur Förderung des Blütenansatzes. Viele Blätter, ohne Blüten sind die Folge, aber im nächsten Jahr kann das schon wieder anders aussehen, wenn die Erde nicht generell zu feucht ist, ist kein Umsetzen nötig. Wenn irgend möglich, sollte man auf Umsetzen sowieso verzichten, denn die Helleborus-Stauden lassen sich nicht gerne stören und quittieren auch das mit Blühstreik für ein bis zwei Jahre.

Selten treten Blattläuse auf, aber in einem gesunden Öko-System ist das Problem in der Regel nach einigen Tagen von alleine erledigt.

Empfehlenswerte Helleborus-Arten und -Sorten:

Auch wenn sich die Zierpflanzen-Freunde hauptsächlich für die am häufigsten kultivierten  Arten Helleborus niger, orientalis und purpurascens und deren Sorten interessieren, vielleicht kann man auch noch Helleborus argutifolius und foetidus für weitere Standorte aufzählen, so möchte ich doch gerne eine etwas erweiterte Übersicht über die Gattung geben. Einige Nieswurzarten stehen unter Naturschutz, darum bitte, wie eigentlich generell, nichts aus der Natur entnehmen.

H. x hybridus ‘Schmetterling’, H. x hybridus ‘Blue Metallic Lady’, H. x hybridus ‘Cheryl ‘s Shine’

Und wer eine bestimmte Vorstellung von Farbe, Form, Aderung oder Punkten hat, der kauft am besten blühende Pflanzen. Nur was ich sehe, weiß ich sicher! Allerdings kostet das ein wenig mehr, da Helleboren meist erst ab dem vierten Jahr blühen.

H. purpurascens, H. x ericssmithii ‘Winter Moonbeam’, H. x hybridus

Früher war es üblich, Kreuzungen als Helleborus orientalis Hybriden zu benennen. Inzwischen weiß man, dass es nur eine international anerkannte, korrekte Bezeichnung  für die laufend zunehmenden Züchtungen gibt: “Helleborus x hybridus”.

Arten und Sorten:

Helleborus abruzzicus

Blüte 2 – 4, die Blüten sind grünlich und wechseln nach der Bestäubung in Gelb, kommt aus Mittel-Italien

Helleborus argutifolius                  Korsische Nieswurz      

Blüte 3 – 4, Blüten blaßgrün, immergrüne, dreiteilige, scharf gezähnte Blätter, 60 cm hoch, Stämmchen bildende Art, die mediterrane Art ist auch bei uns in nicht allzu  rauhen Lagen winterhart (sonst Winterschutz) und liebt einen sonnigen Standort mit magerem wasserdurchlässigem Boden, Ursprung endemisch auf Korsika und  Sardinien, sehr eigenwilliger Habitus, daher nicht in Beete integrieren, Einzelstellung, nicht schattig, sonst fällt die Pflanze um. Die stammbildenden Pflanzen können nicht geteilt werden! Achtung: die beiden alten Bezeichnungen Helleborus lividus ssp. corsicus bzw. Helleborus corsicus sind nicht korrekt, meinen aber H. argutifolius.

gute Sorten: Helleborus argutifolius  ‘Little ‘Erbert’ bis 45 cm Höhe, und Helleborus argutifolius ‘Silver Lace’ silber-blau-blättrig bis 60 cm Höhe, beide H. argutifolius Hybriden sind auch in kleinere Gärten integrierbar, am besten im Steingarten. 

Helleborus atrorubens              

Blüte 3 – 4, Blüten rötlich violett innen grünlich, Blätter sehr variabel, stammlos, Vorkommen ehemaliges Jugoslawien, 35 cm hoch, wächst etwas verhalten, bei nahrhaftem, wasserdurchlässigen Sonnenboden kann sie sich zu einer Prachtstaude entwickeln.

Achtung: die Gartenhybride die oft als Helleborus atrorubens benannt wird, hat mit dieser Art nichts zu tun. Der korrekte Name wäre: Helleborus x hybridus ‘Early Purple’.

Helleborus ballardiae: siehe Helleborus x ballardiae

Helleborus bocconei

Blüte 11 – 3, weißliche bis cremefarbige Blüten, Sizilien und Kalabrien, Blätter ziehen im Hochsommer ein. Der Neuaustrieb des Laubes erfolgt hierbei vor der Blüte. Wurde früher öfter als H.siculus bezeichnet.

Helleborus croaticus

purpurblütig, Blätter sehr variabel, stammlos, kommt aus dem Nordosten Kroatiens, Blätter ziehen im Winter ein

Helleborus cyclophyllus

grünliche Blüten, stammt aus Griechenland, Mazedonien, Albanien und Bulgarien

Helleborus dumetorum                                 Hecken-Nieswurz  

Blüte 3 – 4, grüne Blütenschalen, außen weinrot, 40 cm hoch, Blütenfarbe und Punktierung können variieren. Diese Art kommt aus Österreich, Slowenien und dem Balkan-Gebiet und kommt auch vereinzelt in der Natur gefüllt blühend vor.

Helleborus ericsmithii:  siehe Helleborus x ericsmithii

Helleborus foetidus                                         Palmblatt-Nieswurz

Blüte 2 – 4, Blüten grünlich, feiner roter Rand, mediterraner Wildpflanzen-Charakter, so mancher mag den Geruch nicht, ca. 60 cm hoch, stammbildend – Halbstrauch, die stammbildenden Pflanzen können nicht geteilt werden! Vorkommen: Südwesten, Mitte Europas

gute Sorte: Helleborus foetidus ‘Wester Flisk’ Blüte 2 – 4, Blüten grün, auffällig rote Blütenstiele, 50 cm hoch

Helleborus hercegovinus

Diese Art könnte wegen der sehr filigran geteilten Blätter eigentlich noch eine größere Rolle beim Einkreuzen spielen.

Helleborus lemonnierae siehe: Helleborus x lemonnierae

Helleborus liguricus

Blüte 12 – 5 (je nach Standort), grüne bis weiße Blüten, kommt aus Ligurien und der Toskana, limonenartiger Duft, wintergrün und wärmeliebend

Helleborus lividus                                        Mallorquinische Nieswurz

Blüte 3 – 4, Blüten mattrot, endemisch auf Mallorca, wenig stämmchenbildend, wirkt daher mehr buschig, dreiteilige, oft rötlich marmorierte Blätter, die variieren können, nur im Alpinenhaus bei uns winterhart, die Pflanzen können nicht geteilt werden! Höhe ca. 40 cm

Helleborus multifidus

Blüten grün, kommt aus Herzegovina und Kroatien, es sind mehrere subsp. bekannt

Helleborus niger                                             echte Schneerose, Christrose

Blüte 2-3,  Blüten weiß, kalkliebend, nicht zu schweren Boden, sind heikler als die Lenzrosen, wer blühende Pflanzen zur Weihnachtsdekoration kauft, muss wissen, dass diese Pflanzen angetrieben sind, damit sie zum Fest blühen. In der Regel gehen sie bald ein, oder kümmern jahrelang nach dem Auspflanzen ohne erneute Blüten. Wer H. niger für die Beetkultur möchte, bitte normale Stauden kaufen, die nicht vorgezogen wurden und für die Deko dann eine der H. niger Hybriden, oder die Allerheiligen-Christrose wählen, 25 cm hoch

gute Sorten: Helleborus niger x macranthus, Blüten weiß, etwas größer als die Art, Helleborus niger ‘Praecox’, Allerheiligen-Christrose, Blüte 10-12, weiß rosa Blüten, ist die am frühesten blühende Christrose, schmale Blattabschnitte, 30 cm hoch, Helleborus niger ‘HGC Joshua’, ‘HGC Jonas’, ‘HGC Joel’, ‘HGC Snow Frills’, Blüte 11 – 02, schneeweiße Blüten, gehören auch zu den Frühblühern

Helleborus occidentalis

kommt aus Nordspanien und den französischen Pyrenäen

Helleborus odorus

Blüten apfel- bis gelbgrün (letzteres an helleren Standorten), herb duftend, Schwerpunkt der Vorkommen, mittlerer Süden Ungarns, Kroatien und Slowenien, Rumänien und Banat, liebt Kalkböden und lichte Laubwälder, ist am Gehölzrand besser aufgehoben, als im Beet, kaum wintergrün.

Helleborus orientalis                              Orientalische Nieswurz, Lenzrose

Blüte 2 – 4, rosa, weiß, gelblich, pink, große hängende Blüten, 40 cm, aus dem Norden der Türkei, Bulgarien, Ukraine, Georgien und dem Kaukasus, oftmals findet man noch heute Helleborus-Hybriden als H. x orientalis beschrieben, was aber nicht korrekt ist, auch wenn sie vielleicht die wichtigste Rolle beim Einkreuzen der Lenzrosen spielt. Die Sorten findet man inzwischen unter H. x hybridus.

Helleborus purpurascens                                Purpur-Nieswurz

Blüte 2 – 4, violettbraune metallisch glänzende Blüten, innen leicht schilfgrün, stammlos, aus Ungarn, Slowakei, Polen und Rumänien stammend, heutzutage schwer artenrein zu bekommen, bis 45 cm Höhe, braucht mindestens Halbschatten, kalkhaltigen, nährstoffreichen Boden, bei strengen Frösten etwas abdecken. Die palmaten Blätter erscheinen erst nach der Blüte und sind wie bei vielen Arten variabel im Erscheinungsbild. Wildformen werden in Kultur schneller unansehnlich, darum ist es sinnvoll sie mit Farnen oder Hostas zu vergesellschaften, die das unschöne Laub dann überwachsen.

Helleborus sahinii: siehe Helleborus x sahinii

Helleborus siculus

Blüte 12 – 4, gelbgrüne oder weißliche Blüten, oft mit grünlichem Mittelstreifen, wenige wintergrüne, schmale Blätter, die der Pflanze einen zierlichen Habitus verleihen, variable Blatt- und Blütenformen (es kommen runde und sternförmige Blüten vor), meist duftend, extrem lange Blütezeit, für kleinere Gärten auch geeignet, daher ist es schade, dass sie in Kultur kaum verwendet wird, halbschattig trockener bis leicht feuchter Standort, winterhart, Nordosten und Nordwesten Siziliens. Manchmal findet man sie als Unterart von Helleborus multifidus aufgeführt. Sie galt früher als Synonym für H.bocconei

Helleborus thibetanus  (Syn.: Helleborus chinensis)  Tibet-Nieswurz

3 – 4, hellrosafarbene Blüten mit zarter Aderung, die später vergrünen, kommt aus China, trockene Plätze unter Laubbäumen, feuchtere Stellen sonniger, zieht bereits im Sommer ein, reagiert empfindlich auf Spätfröste

Helleborus torquatus

purpur-grün, sehr viele Farbnuancen, sehr variable Blätter, stammlos, kommt aus Kroatien, Bosnien, Serbien und Montenegro

gute Sorten: Helleborus ‘Blue King JP’ 1- 3, matt dunkelviolette Blüten, Laub nicht wintergrün, ca. 40 cm hoch, Helleborus ‘Flamingo JP’ 1 – 3, sehr attraktive gefüllte Torquatus-Hybride, Blüten rose mit pinkfarbigen Punkten innen, dunklere Rückseite, Laub zieht ein, 40 cm hoch, Helleborus ‘Frühlingsglut JP’ 1 – 3, weinrote gefüllte Blütenblätter, kompakter Wuchs, Helleborus ‘Grünspecht JP’ 1 – 3, diese Helleborus x torquatus Auslese ist gefüllt und und hat grünlich, violette gepunktete Blüten, 40 cm hoch, Helleborus ‘Schneeeule JP’ gefüllte Blüten,weiß, apfelgrüne Mitte, rosa Rand geht rötlich auf die Rückseite der Blüten, dunkellaubig und wintergrün

Helleborus vesicarius

stämmchenbildend, kann nicht geteilt werden! Sie stammt aus dem Südosten der Türkei und dem Nordwesten Syriens

Helleborus viridis                                            Grüne Nieswurz

4 – 5, Blüte ist grün, sie ist unsere einheimische Art, auch Österreich, Norditalien und Schweiz. Wurde von Siedlern als Heilmittel in Nordamerika eingeführt, wo sie sich verwildert ausgebreitet hat. Zieht im Winter komplett ein. Vorsichtiges Teilen möglich, besser Aussaat, sonnig bis leicht schattig, humose, kalkhaltige Garten-Böden (Kalkschotter-Beimischung vorteilhaft), in rauhen Gegenden ist leichter Winterschutz willkommen, 30 – 50 cm hoch

Helleborus x ballardiae,  Synonym: Helleborus x nigerliv

Die berühmte englische Züchterin Helen Ballard war die Erste, die erfolgreich Helleborus lividus und Helleborus niger einkreuzte. Beim Kauf muss man wissen, dass es sich um sterile Klone handelt, die keine Samen ansetzen, je nach Sorte 30 – 50 cm hoch

Helleborus x belcheri (H. nigercors x H. thibetanus) ‘Pink Ice’

Blüte 2 – 4, die einzeln stehenden, silbrig rosafarbenen Blüten sind sehr besonders, 30 – 40 cm hoch, sehr attraktiv, ist die einzige Sorte von H. x belcheri, die mir bekannt ist.

Helleborus x ericsmithii (H. x sternii x H.niger) ‘Winter Moonbeam’

Die Sorten von H. x ericsmithii sind ebenfalls sterile Klone, sehr attraktive Blattzeichnung, siehe Foto, 35 cm hoch

Helleborus x glandorfii

Blüte 12 – 4, die Sorten blühen weiß, rosa, bis rosenrot, Blatt dunkelgrün, 50 cm Höhe

Helleborus x hybridus (Syn. Helleborus x orientalis)   Lenzrosen Garten-Hybriden

Blüte 2 – 5, weiße, rosa, rote, bläuliche, gelbe Blüten, auch mehrfarbig, einfache Schalen bis gefüllt, teilweise Muster in Aderung oder mit Punkten, stark gefüllte Sorten freuen sich über einen etwas geschützteren Standort. Empfehlenswerte Sorten (es gibt unendlich viele, also kleine subjektive Auswahl) : 

‘Betty Ranicar’ weiß, teils apfelhellgrün angehaucht, gefüllt, bis zu 40 cm hoch

‘Blue Anemone’ seltener Farbton zwischen Aubergine und dunklem Schieferblau, anemonenblütige Form

‘Blue Metallic Lady’ Blüte 2 -4, dunkle purpurfarbene Blüten, 40 cm hoch

‘Frühlingsfee JP’ Blüte 1 – 3, die weißen Blüten sind zart violett umrahmt, 50 – 60 cm hoch,

‘Frühlingsleuchten’ cremegelb mit rotem Punktmuster, bis -15 ° wintergrün.

‘Hochzeitskleid’ weiße gefüllte Blüten, ca. 60 cm Höhe

‘Merlin’ schwarzrote wohlgeformte einfache Blüten

‘Picotee Apricot’ seltene apricotfarbene Blüte mit leichter Aderung,

‘Queen of Beauty’ altrosa, gefüllt

‘Rock’n Roll’ herrliche gefüllte Auslese rosa leicht grünlich und stark gepunktet

‘Tilla’ cremeweiß, Purpursprenkelung, kann im September remontieren

‘White Spotted Lady’ cremeweiß,innen dunkelrot gepunktet

Helleborus x lemonnierae ‘Madame Lemonnier’

großblumig, reichblühend in changierenden Rosatönen, lange Blühzeit, dunkelgrünes Blatt, 30 – 50 cm hoch

Helleborus x nigercors (Hybride zwischen H. niger und argutifolius)

sehr wertvolle Gartenpflanze, leider ist die sterile Pflanze kaum in Deutschland zu bekommen, da sie nur vegetativ vermehrt werden kann.

Gute Gärtnereien bieten wertvolle Hybriden an: Helleborus x nigercors ‘Emma’, ‘White Beauty’ oder ‘Snow Love’, Blüten weißgrün bis weißrosa, 30 – 50 cm hoch

Helleborus x sahinii (Hybride von H.niger x foetidus) ‘Winterbells’

Blüte 11 – 5, weißgrüne Blüten mit etwas rosa, diese Pflanzen haben besonders schmale dunkle Laubblätter, sehr lange Blühzeit, 40 – 60 cm hoch

Helleborus x sternii (Hybride von H. lividus, argutifolius und niger)

2 – 3, Die attraktiven Rotanteile der Blätter von H. lividus sollen hier auf winterhärtere Exemplare übertragen werden. Es ist, wie immer bei Helleborus-Kreuzungen spannend. Die Hybride H. x sternii ist sehr vielseitig und variabel. Die stammbildenden Pflanzen können nicht geteilt werden! 40 cm hoch

gute Sorte: Helleborus x sternii ‘Silver Lace’, Blüte 1 – 3, das silbrige Laub und die Blütenfülle zeichnen diese Rarität aus.

Ein Märchen!

Karl Foerster sagte einst:

“Es klingt schon wie ein tolles Märchen, dass auch im Winter geblüht wird.”

Da passt es ja gerade hervorragend, dass in Wurzerls Märchenbuch vor kurzem ein passendes Märchen zu diesem Pflanzenporträt eingestellt wurde:

9 Die Weihnachtsüberraschung der Elfe

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2 Kommentare

  • Barbara Albert sagt:

    Sooooo viele verschiedene!! Wow! Mit H. niger habe ich auch wenig Glück … eine hält sich zwar seit Jahren, aber meist ist sie dann schnell fleckig und braun wenn sie blüht. Die Lenzrose dagegen hat sich auch in mein Herz geblüht und es kommen immer wieder neue dazu 😀 Ein super Bericht, bei dem ich wieder einiges gelernt habe. Gruß Barbara

    • Das Wurzerl sagt:

      Liebe Barbara, das hast Du schön formuliert, genau, die Lenzrosen können sich tatsächlich in unser Herz blühen. Ich wünsche Dir einen schönen Nachmittag. LG Wurzerl