Die Garten Tulln vor den Toren Wiens

Leider kann man von München nicht mit dem Fahrrad zur Garten Tulln fahren.

Im Sommer 2016 unternahm ich eine kleine Tour über Slowenien nach Österreich, um FB-Freunde aus der Traumgarten-Gruppe zu besuchen. Dabei wollte ich auch endlich die “Garten Tulln” kennenlernen, die sich ja selbst als erste ökologische und dauerhafte Landesgartenschau in Europa bezeichnet.

Wenn ich das Entstehungsjahr 2008 lese, dann sind meine Fotos aus dem Jahr 2016 noch gar nicht so alt.  Tatsächlich sind sie aber nicht mehr aktuell, darum möchte ich diesen Park mehr allgemein vorstellen, ohne zu sehr in die Details zu gehen, denn es hat sich sicher in den letzten Jahren einiges geändert.

Die ehemalige Landesgartenschau, die im Bundesland Niederösterreich schnell zu einer Dauereinrichtung wurde, gehört zu den Top-Ausflugszielen dieses Bundeslandes.

Sie öffnet jährlich von Frühling bis Herbst ihre Tore. An Wochenenden, Feiertagen und zu Ferienzeiten würde ich einen Besuch allerdings nicht empfehlen. Nun, ich bin halt kein Freund vom “Bad in der Menge”.

Umso mehr schätzte ich das Treffen mit dem Botaniker Gregor Dietrich, der sich viel Zeit nahm, um mich durch “sein Reich, die Garten Tulln” zu führen.

Die Komponenten Ökologie und Biodiversität liegen Gregor Dietrich stark am Herzen und wenn man durch den großen Park schlendert, dann sieht man immer wieder, wie hier seine Intension “Natur im Garten” lebendig vorgeführt wird.

Wasser ist Leben und so verwundert es nicht, wenn nach der riesigen Teichfläche im Eingangsbereich auch in die Schaugärten und allgemeinen Parkteile immer wieder Wasserflächen in verschiedensten Spielarten integriert wurden.

Interessant finde ich, dass die nach einer Bauzeit von 2 Jahren eröffnete Landesgartenschau genau den Kriterien von “Natur im Garten” entspricht, die die niederösterreichische Landesregierung bereits im Jahre 1999 für private Gartenbesitzer ins Leben rief.

Wenn ich bedenke, wie kurz es eine ähnliche Aktion erst mit der “Naturzertifizierung” in Bayern gibt und dass es offenbar in Deutschland nicht möglich ist, so eine Aktion bundesweit anzuleiern, dann ist das schon ein Armutszeugnis.

Als ich vor kurzem in FB erwähnte, dass mein Garten naturzertifiziert sei und die Frage kam, was das sei und wo man das beantragen könne, da antwortete ein pfiffiger Nichtwisser, dass das Schild nicht viel kostet und man das innerhalb weniger Tage im Internet bestellen kann. Dazu ein Link zu dekorativen Blechschildern mit mehr oder weniger witzigen Texten drauf.

Als ich darauf schrieb, ganz so einfach wäre das nun nicht und schilderte, wie der bürokratische und praktische Ablauf dieser “Kürung” vor sich geht, da war das Erstaunen groß. Der forsche Schildkauf-Empfehler entschuldigte sich mit der Bemerkung, er hätte nie davon gehört und gedacht, dass ich einen Witz mache. Gut ok, ich mache sehr gerne Spaß, aber bei der Natur und ihrem Zustand da bleibt mir leider oft das Lachen im Hals stecken.

Aber zurück zur Garten Tulln, um die es ja heute geht. Diese ist in zwei Bereiche gegliedert, der kleinere Teil mit einer Größe von ca. 7 ha zeigt etwa 60 Schau- und Mustergärten. Entsprechend vielfältig zeigt sich diese Fläche mit etwa 27.000 Stauden, 3500 Sträuchern und 6000 Sumpf- und Wasserpflanzen.

Morus alba ‘Pendula’, Hängende Weiss-Maulbeere – Hydrangea quercifolia, eichenblättrige Hortensie – Cotinus coggygria, Perückenstrauch

Der größere, 45 ha große Bereich, besteht aus frei zugänglichem Auwald. Mit der Anpflanzung diverser Bäume und Sträucher wurde dieser Teil renaturiert und mit einem Wegesystem ausgestattet.

Leider hatte ich für den Auwald keine Zeit zur Verfügung. Auch den Baumwipfelweg konnte ich nicht besuchen (den man übrigens auch mit einem Aufzug erreichen kann).

Aber die Vielfalt an Gärten vom Bauerngarten und Rosengarten, über englischem Cottage-Garten bis zum bayerischen Biergarten, Zen- und Wassergarten bis zu senkrecht bepflanzten hohen Wänden ist einfach enorm.

Die Garten Tulln ist inzwischen eine wichtige Forschungsstätte geworden, die mit verschiedenen Hochschulen zusammenarbeitet. Seit 2014 ist sie auch Teil der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Botanischer Gärten. Einen Besuch kann ich allen Garteninteressierten nur empfehlen, es gibt für jeden Geschmack etwas zu entdecken, nicht nur im Restaurant auf dem Gelände, nein, vor allem für große und kleine Naturforscher.

DIE GARTEN TULLN GmbH, Am Wasserpark 1, 3430 Tulln, Österreich, Tel.: 0043227268188 Mail-Adresse: office@diegartentulln.at





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2 Kommentare

  • Ohhh, cool, du warst schon da in dem Garten, den ich auch so gern noch besuchen möchte. Sieht toll aus.
    Kennst du die Garten von Appeltern in NL? Riesiger wilder Garten neben all den tollen anderen Schaugärten.
    Viele Grüße
    Elke

    • Das Wurzerl sagt:

      Nein liebe Elke, den habe ich noch nicht geschafft, ich denke NL wird so die Gartenbesuchs-Spielwiese der nächsten Jahre für mich. GB ist ja eigentlich mein Lieblingsgarten-Reiseland, aber momentan ist da einfach nichts möglich. Cornwall schiebe ich schon 2 Jahre vor mir her. Ein Grund mehr, eben einen der Wunsch-Gärten “Appeltern” zu besuchen. LG Wurzerl