Staudengärtnerei Extragrün

Staudengärtnerei Extragrün

Staudengärtnerei und Schaugarten “eXtragrün” in Attaching bei Freising

Nur durch einen Zufall kam ich in diese Stauden-Gärtnerei. Dabei bin ich oft auf dem Weg zum Staudensichtungs-Garten Weihenstephan dort vorbeigefahren. Martina Meidingers Einladung, die im September 2018 in dieser atmosphärisch sehr ansprechenden Gärtnerei  ihr neues Hortensienbuch vorgestellt hatte (die Rezension dazu findet man in der Bücher-Schatzkiste), ließ mich endlich die Abzweigung nach Attaching  vor Freising beachten.

Grüne Abgrenzung vor Kassen-Häuschen, Martina Meidinger bei der Buchvorstellung, Büro und Lager hinter Ruheplatz

Schon bei meinem ersten Besuch lernte ich Veronika Bauer, die Betriebsleiterin kennen und schätzen. Ihr könnt Veronika am Ende meines Posts in einem persönlichen Video kennenlernen. Sie führt zusammen mit Gaby Schoder, die für die Produktion zuständig ist, 2 Teilzeitkräften  und 2 – 3 Auszubildenden seit 2011 die Gärtnerei. Gut ist die Zusammenarbeit mit Frank Bestgen, der Ende 2008 den Garten- und Landschaftsbau und die Gärtnerei übernahm. Man ergänzt sich in Zusammenarbeit und  Personalkapazitäten.

Randbereich des Schaugartens Extragrün mit bepflanztem Mülltonnen-Häuschen

Die Gärtnerei ist mit einem knappen Hektar Gesamtgröße auf eine praktische Einteilung des länglichen Geländes angewiesen. Schon in der Einfahrt ist kein Millimeter Boden  ungenutzt und es findet sich immer noch ein Plätzchen für Stauden und witzige Dekorationen, um den Besucher zu begrüßen. Ein “Unterstand” wird als Kasse genutzt, ein Quer-Weg führt zum kleinen Bürogebäude auf der anderen Seite. Einen großzügigen Verkaufsraum gibt es hier nicht, alles findet unter freiem Himmel statt. Bevor man sich auf die Verkaufsfläche begibt, kann man sich gerne den Schaugarten ansehen, ich mache es einfach umgekehrt und schaue erst am Schluss hinein.

Aktuelle Appetithappen im Eingangsbereich, das ganze Sortiment im Sonnenbereich, praktische Einkaufswagerl

Selbst ein Müllhäuschen mit bepflanztem Dach fehlt nicht – es weist auf einen der Schwerpunkte der Gärtnerei hin, nämlich Dachbegrünung und das Experimentieren mit trockenheitsverträglichen Pflanzen. Der Klimawandel steht stark im Fokus der Gärtnerei-Leitung und drückt sich auch sehr im ca. 2500 Arten und Sorten umfassenden Angebot aus. 95 % davon sind Stauden, aber es gibt auch immer ein kleines, feines Gehölz-Angebot.

Spinnrad gehört zu Spinnweb-Hauswurz, auch ein blaues Schaf braucht Abkühlung, hier geht es zu den Sukkulenten

Immer wieder finden sich kleine Inseln, in denen Stauden mit Gehölzen zusammen drapiert werden, um den Besuchern Ideen zu vermitteln. Oft muss ich schmunzeln, wenn ich mir die Deko-Einfälle betrachte, die stets mit einem Augenzwinkern präsentiert werden.

Ein reichhaltiges Hosta-Angebot gehören zu den Schwerpunkten der Staudengärtnerei Extragrün

Praktisch sind die kleinen Handwagen, die am Beginn der  große Verkaufs-Fläche stehen.  Wer weiß, was er braucht, wird schnell fündig, denn die Verkaufspflanzen stehen nach Lebensbereichen,  Eigenschaften und Wasserbedarf sortiert, sehr übersichtlich präsentiert,  am Boden.

Gräser – Verkaufshilfe: “Hier stehen die einjährigen, nicht winterharten Kräuter” – Geranium phaeum und Geum ‘Totally Tangerine’, ein tolles Paar, steht sicher nicht zufällig nebeneinander.

Insider schauen gerne einfach einmal “nur so” vorbei, auf der Suche nach besonderen neuen Schätzen werden sie nicht selten fündig. Die Gärtnerei hat zwar ein großes Standard-Angebot an Hostas, Astern, Gräsern, Sempervivum und weiteren Sukkulenten,  jedoch finden sich regelmäßig neue Pflanzen im Sortiment und die bewährten Stauden stehen auch permanent auf dem Prüfstand.

Eingangs- und Kassenbereich mit dem Eyecatcher des alten Holzklaviers

Sicher ist das dem Einfluss des nahen Staudensichtungsgarten Weihenstephan zu verdanken, wo Veronika Bauer sich regelmäßig mit ihren Azubis aufhält. Sie schaut sich die Sichtungs-Aufpflanzungen gerne selber an und findet bei jedem Besuch wieder etwas Neues, was sofort auf die Jungpflanzen- und Samen-Bestellliste kommt. So kann es nicht schaden, nach einem Besuch im Sichtungsgarten in der Gärtnerei Extragrün vorbeizufahren und zu schauen, ob nicht die eine oder andere Pflanze der “Haben-Möchte” -Liste sogar schon im Verkauf ist.

Immer wieder probiert Veronika Bauer neue Akeleien-Sorten aus, ich schaue mir immer an was es neues gibt und bin mit Aquilegia atrata, Aquilegia caerulea ‘Maxi’ und Aquilegia alpina und natürlich einigen mehr bereits fündig geworden.

Ich hatte im Sichtungsgarten eine neue  gelbe Aquilegia chrysantha ‘Yellow Queen’ entdeckt und fand bei Extragrün nicht nur diese, sondern auch weitere für mich interessante Akeleien, die man sonst kaum in Gärtnereien findet. Darum bat ich Veronika Bauer, die auch Mitglied der GdS und der Fachgruppe Aquilegia & Thalictrum ist, die Gärtnerei nach dem Besuch von Weihenstephan  doch für uns, anlässlich unserer Jahrestagung zu einem  Zwischenstop zu öffnen, was auch gerne gemacht wurde und meine Fachgruppen-Mitglieder auch sehr begeistert hat.

Es wird Zeit den Schaugarten zu besuchen und zu genießen.

In der Gärtnerei setzt man statt auf Gift auf Nematoden und Nützlinge und versucht auf die Bedürfnisse der verschiedenartigen Pflanzengesellschaften einzugehen, soweit das bei Töpfen möglich ist. Letztendlich soll die Pflanze dann auch beim Käufer den richtigen Platz bekommen, darum ist eine gute Beratung in der Gärtnerei selbstverständlich. Veranstaltungen auf dem Gärtnereigelände und Marktbesuche fördern den Dialog Gärtnerei und Staudenliebhaber zusätzlich.

Staudensolitäre wie den Zierrhabarber, Blattschönheiten dicht an dicht und Begleitstauden und Wanderer gibt es hier.

Das ist wohl der Hauptgrund, warum Veronika Bauer zwar die Sortimentsliste im Internet auf dem Laufenden hält, aber den Online-Shop vor kurzem erst einmal still gelegt hat. Auf meine Nachfrage dazu meint sie: “Ich habe einfach gemerkt, dass ich meine Zeit doch lieber den Kunden widme, die sich die Mühe machen uns vor Ort zu besuchen und eine “echte Gärtnerei” kennenlernen möchten. Im Online-Geschäft werden die Pflanzen zur Ware und unser Fachwissen und die Liebe zu unseren Stauden rücken total in den Hintergrund.” Nach einem kleinen Zögern fügt sie noch hinzu: “Ich glaube, hier in der Gärtnerei spürt man unser Herzblut für die Pflanzen. Unsere Stauden sind nicht einfach eine Handelsware, sondern wir lieben sie!”

Die Teich- und Rosenpergola-Fotos sind vom Herbst, langweilig? Keine Spur!

Damit war das Mini-Interview auch schon beendet und Veronika ging zielstrebig den Verkaufs-Hauptweg nach hinten, wo sie in der Pflanz- Vermehrungs- und Kinderstuben-Halle verschwand, die die Verkaufsflächen von den Mutterquartieren am Ende des Grundstücks abtrennt. Das frisch Getopfte musste noch gegossen werden!

Schön und entspannt ist die Atmosphäre im Schaugarten

Der kleine, feine Schaugarten, dicht an dicht mit Pflanz-Ideen bestückt, wirkt nicht nur auf Unentschlossene inspirierend. Auf der kleinen Fläche finden sich Habitate vom Schattengarten, über Mauerkrone und Teichrand-Bepflanzung bis hin zum Mixed Border. Das prallgefüllte Schaugelände gönnte ich mir noch vor dem Heimfahren. Ich saß um 19.15 Uhr im Wagen, Veronika war immer noch beim Gießen und ich dachte mir beim Nachhause fahren, wann hat so eine leidenschaftliche Gärtnerin wohl endlich Feierabend?

Egal ob ich im Frühjahr oder Herbst komme, ich bin immer hin und weg vom Schaugarten.

Die Gärtnerei liegt etwas versteckt – am Ortsrand von Attaching bei Freising – in Kombination mit dem Staudensichtungsgarten Weihenstephan, ebenfalls Freising, lohnt sich auch eine weitere Anfahrt. Erst im Staudensichtungsgarten gucken, dann im Cafe daneben stärken und anschließend die hochgekommenen Wünsche beim Besuch des Staudensichtungsgartens  in der Staudengärtnerei erfüllen – na? Ist das ein Plan für Gärtnerherzen?

Viel Grün ermöglicht auch einen Farb-Mixed von aufregend inspirierend bis zu beruhigend romantisch.

ACHTUNG: in Coronazeiten bitte immer auf der Website des Staudensichtungsgartens (kostet keinen Eintritt) und der Gärtnerei auf Öffnungszeiten achten.

Staudengärtnerei Extragrün, PLZ 85356 Freising/Attaching, Am Anger 6, ca. 1 ha, “GdS-Staudengärtnerei mit mindestens 2500 verschiedenen Sorten (Spezialität Hostas) gut bestückt und nach Lebensbereichen und Wasserbedarf sehr übersichtlich präsentiert.

Tel. 08161/81795, Fax 08161/872197

Email: info@extragruen-freising.de

Website: www.extragruen-freising.de

Auch Veronika Bauer hat für Euch ein kleines Willkommensvideo aufgenommen, dort erklärt sie auch noch einmal, wie man auch ohne Probleme telefonisch oder per Mail bestellen kann.

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3 Kommentare

  • Hantelmann sagt:

    Hallo Renate, beim Video ist der Ton da aber kein Bild. Irgendwo ist bei mir der Wurm drin.
    Ganz sicher ist das eine tolle Gärtnerei und die Einstellung der Inhaberin bezüglich des Internet Versands kann ich, allerdings zu meinem Leidwesen, völlig verstehen.
    Leider gibt es in unserer Gegend keine gut sortierten Staudengärtnereien.

    • Das Wurzerl sagt:

      Liebe Irmgard, Du kannst natürlich die Pflanzenliste online sehen und dann per Mail oder Telefon bestellen. Dabei kannst Du halt auch noch Fragen stellen, ob es nicht noch ein Schmankerl gibt,oder Du Dich vielleicht mit dem Habitat geirrt hast usw.. Nur darum geht es Vroni,aber sie sendet Dir sicher alle gewünschten Pflanzen, die Du in der Sortimentsliste findest.
      Ich wünsche Dir/Euch ein schönes Hineingleiten in ein entspanntes Osterfest. Ich war heute um 18 Uhr beim Wocheneinkauf, nix los, super! Morgen stehen sie sich wieder Alle gegenseitig auf den Zehen. LG Wurzerl

    • Das Wurzerl sagt:

      Liebe Irmgard – Hast Du im Compi oder Handy ein Abspielprogramm für Videos? Bei mir geht es!