Robuste Traumbeete gestalten

Buch Cover: Robuste Traumbeete gestalten, Sylvia Knittel, Ina Timm

Wie Sie mit Blumenzwiebeln Ihre Beete für das Klima wandeln

Buchtitel: “Robuste Traumbeete gestalten”; Autoren: Sylvia Knittel, Ina Timm; Fotos: Sylvia Knittel u.a.; 192 Seiten; Bildband; BLV; Neuerscheinung 2022;  ISBN 978-3-96747-064-2

– Buchrezension –

Ganz ehrlich? Ich bestellte mir dieses Buch in meiner Buchhandlung, ohne vorab auf Inhalte zu achten, weil ich erfuhr, dass die Fotos von Sylvia Knittel stammen. Ihre wunderbaren Landschafts- Garten- und Pflanzenporträt-Fotos verfolge ich bereits seit einigen Jahren auf ihrer Website: https://www.sylviaknittel.de/ .

Als ich das Buch endlich in der Hand hatte und auf der Cover-Rückseite las:

“Mit den Klimagenies Blumenzwiebeln pflegeleichte Blütenparadiese schaffen”

da fing ich sofort interessiert zu lesen an und legte das Buch erst aus der Hand, als ich fertig war. So kann ich es bereits heute in meiner dienstäglichen Buchbesprechung vorstellen.

Geophyten – Klimagenies für die Zukunft

Als erstes werden die Geophyten an ihren Naturstandorten zusammen mit ihren unterschiedlichen, natürlichen Habitaten (Wald, Gehölzrand, Baumschatten, Hang, Felsensteppen, Wiese) vorgestellt und mit einem Standortkürzel gekennzeichnet.

Es folgt ein Sprung in Gegenwart und Zukunft zum Thema Klimawandel, seine Entwicklung und die Auswirkungen auf die Pflanzen.

Für jeden Platz die richtige Zwiebelpflanze

Die Geophyten auswählen – Vor der Auswahl für den eigenen Garten, ist es natürlich wichtig die vorgegebenen Bedingungen dort zu wissen und die vorhandenen Habitate zu kennen. Da im Buch immer wieder bei den Pflanzen-Porträts, den Pflanzbeispielen und den Pflanzentabellen nach Lebensbereichen die Kürzel der Lebensbereiche mit Feuchtigkeitsgraden genannt werden, damit man sofort weiß, was wohin passen könnte, macht es Sinn sich die verschiedenen Lebensbereiche des eigenen Gartens mit den dazugehörigen Kürzeln aufzuschreiben. Für die Bestimmung hilfreich sind die folgenden Kapitel.

Um die passenden Geophyten auswählen zu können fragt das Buch also nach den Lebensbereichen in den Gärten, der Feuchtigkeit am jeweiligen Standort und der Zusammensetzung des vorhandenen Bodens, damit die passenden Pflanzen ausgesucht werden können.

Geophyten optimal kultivieren – Wie für alle Stauden gilt auch für Geophyten, dass eine gesunde Pflanze am optimalen Standort, kaum Arbeit macht. Um das zu erreichen gibt dieses Kapitel viele Hinweise und Tipps. Es beginnt mit dem Kauf der Blumenzwiebeln, dem  Pflanzen und den 5 Faustregeln zum Pflanzen. Die Unterscheidung nach: In ein neues Beet pflanzen und In ein bestehendes Beet pflanzen, sowie der Pflanzung in Wiese oder den Rasen, halte ich für wichtig. Das Kapitel schließt mit der Pflege von Geophyten, wie sich Geophyten vermehren und ja, es gibt ein paar Widersacher.

Geophyten im Porträt – Diese Vorstellung von populären, aber auch unbekannteren, damit umso wertvolleren Gattungs-Porträts halte ich für besonders gelungen. Wunderschöne Fotos machen Lust, die empfohlenen Arten und Sorten einer Gattung näher kennenzulernen. Die Angaben von Höhe, Blütezeit, dem Wuchs und der möglichen Verwendung sind sehr gut, aber am besten ist die allererste Angabe in jedem Porträt, nämlich die Angabe der Standort- und Feuchtigkeits-Kürzel. Ich erinnere an das Kapitel “Die Geophyten auswählen”, in dem jeder Gartenbesitzer seine persönlichen Standortbestimmungen wie trockener Schatten, oder feuchte Hangsenke usw. festlegen konnte und nun auf einen Blick sieht, ob es einen möglichen Platz für die vorgeschlagenen Geophyten im eigenen Garten gibt.

Es ist diesem Buch hoch anzurechnen, dass dort auch endlich einmal deutlich darauf hingewiesen wird, dass ein Meer von hochgezüchteten Tulpen-Hybriden in der Regel bereits nach einem Jahr in Rente geht und man im nächsten Frühling fassungslos vor wenigen Einzelblüten und vielen Tulpenblättern steht. Nein, es ist nicht die Wühlmaus – aber wer weiß schon, dass in Tulpen-Schaugärten diese Zwiebeln jährlich komplett ausgetauscht werden, um uns dieses Spektakel vorzugaukeln, dauerhaft ist es leider nicht. Aber die Autorinnen wissen guten Rat und zählen in diesem Zusammenhang nicht nur die Vorzüge von Wildtulpen auf, sondern haben auch wüchsige Beispiele von bewährten Tulpen-Hybriden, die sich tatsächlich über viele Jahre gut in den Beeten halten. Ich kann die Auswahl nur begrüßen und aus eigener Erfahrung bestätigen.

Geophyten in Ihrem Garten

Den richtigen Partner finden – so heißt es nun im letzten Abschnitt des Buches, in dem die Pflanzenliste zusammengestellt und gefragt wird:  Wie wird ein Beet robust?

Pflanzenbilder malen – das klingt nicht nur perfekt, das ist es auch für nicht so kreative und geübte Beet-Gestalter. Zu Hilfe kommen: Farbthemen im Garten, Die Farben und ihre Bedeutung, Mit Formen und Strukturen arbeiten und Höhenstaffelung im Beet.

Beetideen und Pflanzbeispiele – und jetzt kommt die “Kür”! Egal ob es um einen Sonnigen Vorgarten,  Blumige Inseln im Garten, Die Welt zu Gast im exotischen Beet, Romantik in Violett und Weiß, Schattige Baumscheiben, Ganz in Weiß, einen tierfreundlichen Schattenplatz, Tolle Tulpen und wogende Wellen, Wie im Süden oder die Perfekten Begleiter für einen Apfelbaum geht, die Vorschläge sind abwechslungsreich, durchweg praktikabel und dank der auch hier nicht fehlenden Standort-Abkürzungen auch für nicht so geübte Gärtner auszuführen. Mit der genauen Beschreibung des Habitats, Auflistung der verwendeten Geophyten und Begleitstauden, oder Gehölzen und bei umfangreicheren Beeten auch mit Standort-Skizzen ist alles logisch nachvollziehbar.

Wer sich nicht durch bestimmte Arten, Sorten oder Farben einschränken und in seine Planung seine persönliche Note einbringen möchte, der hat wieder die genialen Geophyten-Porträts zur Verfügung und zusätzlich folgt nach diesem Abschnitt ein informativer Schlussabsatz mit Register, Adressen, Bezugsquellen, Literatur und Impressum, aber allem vorangestellt einer genialen Pflanzentabelle, die wiederum nach Lebensbereichen geordnet ist und in der man nicht nur die passenden Partner für den Garten findet, sondern eine Aufteilung nach: Naturstandort, Gartenstandort, Geophyten, Gartenwürdige Begleiter am Naturstandort und die Staudenbegleiter im Garten. Möchte man also von den Vorschlägen abweichen, ist man dank dieser wunderbaren Pflanzentabelle trotzdem auf der sicheren Seite.

Ich empfehle dieses Buch nicht nur denjenigen unter Euch, die wie ich früher, regelmäßig bei der Neuanlage eines Beetes die Zwiebelblumen vergessen und im nächsten Jahr dann mühsam nachlegen müssen. Nein es ist wirklich ein intelligent aufgebautes, zukunftsweisendes Buch, gut zu verstehen und als ein wichtiger Teil einer Chance zu sehen, die Beete langsam nach und nach für den Klimawandel fit zu machen und damit die nötigen Pflegearbeiten und Pflanzeneinbußen zu verringern.

Also ich gehe jetzt mal raus zu meiner mittelfeuchten Wiese “WI 2” und schaue nach, ob meine Elfenkrokusse, natürlich auch “WI 2” schon herausspitzen!

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12 Kommentare

  • Malte und Torsten sagt:

    Ein so schönes Buch- Es gibt für jeden Standort eine große Auswahl an Geophyten- wahrscheinlich aber nur dieses besondere Buch,das dies so in Worten und Fotos beschreibt.
    Wir sind sehr stolz, das das Buchcover in unserem Garten ,Landidyll’ in Ostfriesland aufgenommen ist.

    • Das Wurzerl sagt:

      Das könnt Ihr auch Malte und Torsten und ich bin ja auch nicht ganz unbeteiligt, lach, hatte ja die Traumgärtner-Reise nach Ostfriesland organisiert. Wir haben am gleichen Tag fotografiert, nur ist natürlich die Qualität von Sylvias Aufnahmen Lichtjahre von meiner entfernt.
      Und Ihr habt recht, es ist tatsächlich ein besonderes Buch mit einem interessanten, praktikablen Ansatz für Jedermann. LG Wurzerl

  • Sabine Pecoraro-Schneider sagt:

    Ich hab das Buch auch seit einigen Tagen, hab nur kurz reingeschaut, aber es ist super gemacht! Wir haben unserem Garten jährlich Neues gegönnt, also immer wieder eine Ladung bestellt und gesetzt. Das Buch ist sehr schön und vorausschauend gemacht!
    LG

    • Das Wurzerl sagt:

      Ja, genauso sehe ich das auch, darum war mir eine schnelle Rezension für dieses Buch wichtig. Danke für Deine Einschätzung. LG Wurzerl

  • Christa Schroth sagt:

    Ich hab jetzt erst die Rezession gelesen und hatte bereits schon das Buch bestellt. Das Thema ist so passend und ich habe schon eine Tasche voller Zwiebeln gekauft um sie zu versenken auf meinen noch Freiflächen. Sylvias Fotokunst bewundere ich schon lange und auch den Garten von Torsten und Malte, Wo das Cover Foto entstand . Und Renate : wenn du etwas vorschlägt und beschreibst, ist es 100% gut.

    • Das Wurzerl sagt:

      Liebe Christa, danke für Deinen netten Kommentar, den Sylvia und ihr Buch absolut verdienen. Ob alles was ich vorschlage nun 100 % gut ist, das bezweifle ich. Denn mein persönlicher Geschmack spielt natürlich bei der Auswahl eine große Rolle. Und sicher gibt es Bücher, deren Erscheinen einfach an mir vorbeigeht, oder deren Inhalt ich nicht objektiv beurteilen kann, die es aber genauso verdient hätten, besprochen zu werden. Ich wünsche Dir eine schöne Restwoche. LG Wurzerl

  • Hallo Renate
    Das hat ja richtig Freude bereitet und ich habe dieses Buch auf meiner Wunschliste auf dem ersten Platz.Der Aufbau hört sich gut an und die Bilder von Silvia Knittel sind so schön. Hab schon einiges von ihr gesehen. Also ein absolutes Muss.. Liebe Grüße Karin

  • Susanna sagt:

    Liebe Renate,
    da macht man sich Gedanken um den Garten im Klimawandel: welche Gehölze und Stauden sind da noch geeignet und können langfristig im Garten bestehen? Aber die Zwiebelblüher habe ich, das muss ich zugeben, dabei gar nicht bedacht! Das Buch klingt sehr vielversprechend und kommt definitiv auf meine Liste. Vielen Dank für die Vorstellung und liebe Grüße,
    Susanna

    • Das Wurzerl sagt:

      In zwei Wochen gibt es dann noch ein weiteres Buch, da gibt es eine Riesenauswahl passender Stauden. Ich glaube mit diesen beiden Büchern sind wir gegen die “trockenen” Auswirkungen des Klimawandels wirklich gewappnet. Ich wünsche Dir eine gute restliche Woche liebe Susanna. LG Wurzerl

  • Sigrun sagt:

    Liebe Renate,
    da ich ja als campus botanicus- Unterstützer ständig mit Sylvias wunderbaren Fotos zu tun habe und auch den Zwiebelvortrag gespannt angeschaut habe, werde ich das Buch jetzt auch gleich mal bei blv bestellen. Deine Rezension macht jetzt richtig Lust drauf…;-)
    LG Sigrun – bergblumengarten