Flora – Wunderwelt der Pflanzen

Buchcover von Flora, Wunderwelt der Pflanzen

Buch-Rezension

“Flora – Inside the Secret World of Plants” so der Titel im englischsprachigen Original, 2018 von Dorling Kindersley Limited, London herausgegeben, ist ein schwergewichtiges Buch von Umfang und Titel.

Bereits am 26. August 2019 wurde das Buch in deutscher Sprache mit dem Titel “Flora Wunderwelten der Botanik” von der Dorling Kindersley Verlag GmbH, München herausgebracht. Namhafte Autoren wie: Jamie Ambrose, Dr. Ross Bayton, Matt Candeias, Dr. Sarah Jose, Andrew Mikolajski, Esther Ripley und David Summers haben es zusammen mit begnadeten Illustratoren und Fotografen tatsächlich geschafft aus trockener, systematischer Botanik eine spannende Wunderwelt vor dem Leser auszubreiten. 360 Seiten sind prall gefüllt mit didaktisch hervorragend aufbereiteten Informationen, die stets mit Bildbeispielen untermauert sind und ein hilfreiches Glossar am Ende beinhalten, wo die Fachbegriffe noch einmal alphabetisch aufgelistet und erklärt sind. Der gebundene Bildband ist unter der ISBN 978-3831037834 erschienen.

Ehrlich gesagt, wenn man einen so langweiligen Biologie-Unterricht, wie ich in einer Münchner Klosterschule “genießen” musste, der nimmt wohl nie mehr freiwillig ein Fachbuch für Biologie zur Hand. Garten- und Pflanzenbücher waren da immer etwas anderes, sie erinnerten mich nicht an Schulunterricht, sondern interessierten mich. Aber sobald ein Buch abschweifte in botanische Erklärungen, die meist noch mit für Laien unverständlichen Fremdworten gespickt waren, verlor ich das Interesse daran.

“Flora” – nein, ich hätte dieses Buch niemals bestellt. Ja, ich hätte sogar einige Wetten akzeptiert, dass man soooooo ein Buch niemals in Wurzerls Bücher-Schatzkiste rezensiert finden würde. Dann aber gab es in der FB-Gruppe: Wir sind Staudenfreunde eine Buch-Verlosung, inszeniert von Folko Kullmann! Die Glücksfee hatte tatsächlich ein Einsehen mit mir und ich war unter den Gewinner/innen. 3 Wochen später war das Buch in meinem Briefkasten, direkt von Schloss Dennenlohe abgeschickt, Robert Freiherr von Süsskind sei Dank.

Ja und dann begann ich zu staunen. Doch, ich kannte schon immer viele botanische Mosaik-Steine, aber ich habe mich nie bemüht die großen Zusammenhänge zu verstehen. Mit Hilfe dieses Naturbuches konnte ich jedenfalls plötzlich eintauchen in das faszinierende Pflanzen-Reich und erfuhr auf einer visuellen Reise vieles über Wurzeln, Sprosse, Blätter, Blüten, Samen und Früchte, so der Grob-Index des Buches. Über 1500 fantastische Fotos zeigen die Schönheit der Pflanzen bis ins winzigste Detail. Kompetente Texte erklären die Vielfalt der Pflanzenwelt. Immer wieder sind einige spezielle Seiten eingestreut, die sich mit der Darstellung von Pflanzen in den verschiedensten Kunst-Epochen befassen, was ich als beglückende Ergänzung empfinde.

Von Drachenbaum über Saguaro-Kaktus bis zur Titanenwurz; von der Seerose über die Riesenrafflesie bis zum Fächer-Ahorn – das Buch zeigt eine interessante Auswahl an schönen und seltenen Pflanzen, sofern sie eine erzählenswerte Spezialität haben.

Die opulente Bebilderung hat mich besonders beeindruckt. Die mehr als 1500 Fotografien sind teilweise großformatig abgebildet. Atemberaubend finde ich die zahlreichen Close-ups, Naheinstellungen, die oft nur ein winziges Detail einer Blüte oder eines Samen-Standes zeigen. Die Vergrößerung derselben lässt mich diese Pflanzen wie durch eine Lupe betrachten.

Ich habe kompaktes Wissen aufgesaugt: Egal ob es Fragen zur Fotosynthese, oder zur Farb-Veränderung von Blättern oder Blüten sind? Oder zum Kommunizieren der Pflanzen untereinander, mit Nachbarn und auch mit bestäubenden Tieren? Ich weiß jetzt, dank diesem wunderbaren Bildband, der in mir beim Lesen keine Sekunde Langeweile aufkommen ließ, wie Pflanzen in der Regel, oder auch ausnahmsweise, funktionieren. Dank dem Glossar und dem ausführlichen Register werde ich dieses Buch sicher öfter in die Hand nehmen, um mich zum Beispiel zu vergewissern: Wie war das denn gleich innerhalb einer Lotusblüte? 40 Grad Wärmeunterschied innen zu außen? Oder, wie hießen noch gleich die amerikanischen Enthusiasten in der Pflanzen-Malerei? Ach, ich glaube, ich höre jetzt auf und schmökere noch eine Runde im Buch.

Schlecht? Ja, etwas ist ungünstig, das Buch ist groß und schwer, man kann es nicht mal eben als Urlaubslektüre mitnehmen. Aber die wunderbaren großen Close-Ups und die Möglichkeit, es als wertvolles Nachschlage-Werk zu nutzen, machen das mehr als wett.

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4 Kommentare

  • Edith sagt:

    Das klingt ja sehr spannend, wenn ich bloss mehr speichern könnte. Ich habe ja das große Glück gleich zwei Biologen um Rat zu bitten wenns ganz schwierig wird, aber sowas zum Nachschlagen wäre schon praktisch.
    Liebe Grüße
    Edith

    • Das Wurzerl sagt:

      Liebe Edith, ich bin ja schon heilfroh, dass ich meine Abneigung gegen Buchtitel, die mich zu sehr an Schulbücher erinnern, mit diesem Buch offenbar überwunden habe. Eigentlich kann man alles total spannend präsentieren, schade, dass das vielen Kindern mit didaktisch schlechtem Unterrichtsmaterial vermiest wird.
      Liebe Grüße zurück und pass bitte auf bei der Hitze. Wurzerl

  • Das ist ja klasse, dass du das Buch gewonnen hast! Hört sich auch wirklich gut an. Ich habe auch ein, was Flora heisst, aber der Untertitel ist anders und es sind historische Zeichnungen drin.
    Und: aber natürlich brauchst du eine Karde, oder zwei!!!
    Viele Grüße
    Elke

    • Das Wurzerl sagt:

      Jepp, jetzt gibt es keine Ausrede mehr, ich glaube Dein Garten ist auch nicht viel größer als meiner? Ich habe 180 qm Garten, lach. Flora ist so ein schöner (leider über Gebühr strapazierter Name) für didaktisch schlechte Bücher und liebenswerte Blumenfeen. Schade, dass es wirklich auch gute Bücher dieses Titels gibt. Ich bin überzeugt davon, Deines mit den historischen Zeichnungen ist auch sehr gut. So, dann schwitz mir mal nicht davon diese Woche. LG Wurzerl